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Krimi
CSI: Crime Scene Investigation - Staffel 4.1
geschrieben von klaus_h am 24. Aug 2005
Ungewöhnliche Mordumstände
... sind es, was alle Fälle des charismatischen Ermittlerteams aus Las Vegas um Leiter Gil Grissom (Petersen, "Leben und Sterben in LA", "Der Rote Drache"), gemeinsam haben. Geht eine Serie in die vierte Staffel, so ist es an den Drehbuchautoren für überraschenden Wendungen und Plots zu sorgen. Denn die meisten erfolgreichen TV-Produktionen erleben leicht einen Einbruch zu diesem Zeitpunkt. Nicht jedoch hier.
CSI: Crime Scene Investigation - Staffel 4.1
USA 2003/2004
Veröffentlichung: 04.07.05
Regie: Diverse
mit: William L. Petersen, Marg Helgenberger , Robert Dourdan, Jorja Fox , George Eads u.a.
"Nochmal"-Faktor: Suchtgefahr
Unsere Wertung: 92 %
FSK: 16
Laufzeit: ca. 540 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch / Englisch Dolby Digital 2.0 und 5.1
Bildformat: 16:9, Letterbox
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras:
• Audiokommentar zu 6 Episoden
• Entwicklung einer Episode: Das Drehbuch
Hatte man in der dritten Staffel (CSI Las Vegas 3.2) verstärkt die persönliche Entwicklung der einzelnen Figuren des Ermittlerteams geschickt in den Vordergrund gestellt, so hat man hier allen Ehrgeiz darin gelegt, in jeder Episode etwas zu machen, was man vorher so noch nicht unternommen hatte oder in der Drehbuchdiskussion aus Kostengründen gescheitert war. Meist ist dies der Einstieg jeder Episode oder ungwöhnlichere Drehorte bzw. Kameraperspektiven. In "Gegen die Zeit" startet die Handlung im Gerichtssaal, als der Ermittlung Warricks (Dourdan) Fehler nachgewiesen werden und ihnen nur 24 Stunden Zeit für die Aufklärung bleiben.
In der sechsten Folge ("Eifersucht") findet die Story ihren Anfang im Obduktionsraum, wo der Pathologe einen abgetrennten Schädel aus einer Postsendung eines entlegenen Distrikts Nevadas entnimmt. Grissom muss nun ausnahmsweise ganz auf sich allein gestellt trotz kaum kooperationsbereiter Polizisten den Fall mit alternativen Hilfsmitteln lösen.
Erneut gibt es eine Doppelfolge ("Ein sauberer Schnitt"), bei der eine Mordserie in der Swinger-Szene der Spielermetropole Mittelpunkt des Geschehens ist. Interessant war für mich die Episode, da hier mit Brian Bloom ein fast vergessener famoser Kinderdarsteller des Patsy aus "One upon a time in America" als wichtiger Nebendarsteller auftaucht.
Bei der verzwickten fünften Folge, "Hitzewelle", ging es den Autoren ausnahmsweise einmal darum, ein direktes Problem aufzuzeigen. Jeden Sommer sterben 8-12 Kleinkinder in abgestellten Wagen auf Parkplätzen in Las Vegas, weil Eltern "nur mal eben" einkaufen wollten. Hier wird der nur "scheinbar vergessliche" Vater von Arye Gross ("Soul Man", "Minority Report") hervorragend gespielt, der in den späten 80er-Jahren in zahlreichen Komödien zu sehen war.
Die abschließende 12. Folge ("Der Saubermann") um eine inszenierte Tötung von Geliebter und Nebenbuhler ist absolut perfekt umgesetzt. Hier startet die Episode mit den ersten vorsichtigen Untersuchungen Grissoms am Tatort, der geschockt ist, weil die Getötete seiner Kollegin Sarah zum Verwechseln ähnlich sieht. Beim komplexen Dreh aus ungewöhnlichen Perspektiven bediente man sich eines kompletten (!) Nachbaus eines Hauses innerhalb des Studios. Chapeau!
Somit ist die vierte Staffel noch eine Spur interessanter wie die vorangegangenen, wobei es ein sehr ungewöhnliches Schmankerl ist, wenn man bei 50 % aller Episoden einen kundigen Audiokommentar zur Verfügung hat, der die allzu verspielten Auswüchse der vorangegangen Staffeln abgelegt hat. Sonst bekommt man bei Serien allenfalls zwei kommentierte Folgen.
Alle Folgen halten das hohe Niveau der Serie, die sich auch nicht scheut kleine Anleihen als Hommage in z.B. "Der Pelzige Rivale" bei Emergency Room oder in "Kinderspiele" bei "Homicide" und in "Nicht schuldig" bei "Die 12 Geschworenen" zu machen.
Das auf DV gefilmte Hintergrundspezial, wie das Drehbuch einer Episode entsteht, ist knapp, aber prägnant gehalten. Wer die Extras aus 3.2 kennt, wird jedoch enttäuscht sein, da sich hier Wiederholungen ergeben. Außerdem fehlen die interessanten "Specialshots" des Vorgängers.
Bild und Ton sind gut bis brilliant und ohne die Fehler der vorangegangen Staffel.
Allen Fans dieser Serie kann ich diese DVD-Box nur ans Herz legen, die zu den besten Seriensammlungen gehört und keine Vorkenntnisse der vorangegangenen Staffeln erfordert. Dass die Serie insgesamt düsterer, brutaler und pessimistischer daherkommt wie z.B. in "Die Angst im Nacken", mag eine Referenz an die Zeitumstände und die Kinokonkurrenz sein, hat sich aber auch in der FSK-Aufstufung auf 16 Jahre geäußert, worüber man stets geteilter Meinung sein kann. (kh)
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