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Drama
Adaption
geschrieben von Aleks_A am 10. Dez 2003
Was bin ich?
Spike Jonze bringt wieder seinen Geschmack für Skurriles auf die große (und jetzt weniger große) Leinwand. "Being John Malkovich" war schon außerordentlich skurril. Nun erzählt er in Adaption über die intellektuellen Schmerzen eines Drehbuchautors, der ein eher banales Buch als Drehbuch adaptieren muss. Da sollten wir uns wohl auf etwas gefasst machen.
Adaption - der Orchideendieb USA 2002
Veröffentlichung: 09.12.2003
Regie: Spike Jonze
mit: Nicolas Cage, Meryl Streep, Chris Cooper u.a.
"Nochmal"-Faktor: Gering.
Unsere Wertung: 60%
FSK: ab 12 Jahre
Laufzeit: ca. 110 Min
Sprachen und Tonformate: Deutsch (Dolby Digital 5.1) und Englisch (Dolby Digital 5.1) (sehr guter Ton)
Charlie Kaufmann (Nicolas Cage) hat den Auftrag übernommen, das Buch "Der Orchideendieb" zu einem Filmdrehbuch zu adaptieren. Damit kommt er genau so wenig zurecht wie mit dem Rest seines Lebens. Er sieht sich als "dick, kahl und voller Macken" und kann entsprechend nicht ein Mal dann eine Beziehung anfangen, wenn die Signale der Gegenseite überdeutlich sind.
Zu allem Übel konfrontiert ihn sein Zwillingsbruder Donald immer wieder mit hanebüchenen Ideen zum Drehbuch eines Krimis, den Donald mit großem Erfolg in Angriff genommen hat.
Immer wieder verstrickt sich Charlie in seine eigenen Macken und weiß am Ende nichts Besseres mit dem Drehbuch zu tun, als (Sünde aller Sünden) seine eigenen Probleme mit dem Buch und dessen Adaption zum Thema des Drehbuches zu machen.
Nach einigen verrückten Wendungen der Geschichte wissen wir nicht mehr, was real ist und was nicht. Wohl genauso wenig wie Charlie das tut.
Entweder ist dieser Film so fein, dass ich die Mehrdeutigkeiten nicht mitbekommen habe, oder aber er ist so grob, dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen habe. Ich kann mich jedoch dem Lob anderen Rezensenten nicht anschließen. War "Being John Malkovich" ein herrlich verschrobenes Werk, in dem unterschwellig viele "große" und "kleine" Fragen gestellt und auf ihre eigene Weise beantwortet wurden, so langweilte mich die intellektuelle Onanie eines Drehbuchschreibers mit Problemen, die ich nicht nachvollziehen konnte. Mir erging es hier ähnlich wie es mir geht, wenn Woody Allen minutenlang von irgendwelchen intellektuellen Problemen erzählt, die sich nur in seinem Kopf abspielen. Vielleicht kann ich grundsätzlich mit solchen verklemmten Typen nichts anfangen - vielleicht wurden mir die Probleme des Hauptdarstellers nicht gut genug erklärt.
Die Schauspieler arbeiten wiederum hervorragend, allen voran natürlich Nicolas Cage in einer Doppelrolle, in der er die Unterschiede zwischen den Brüdern außerordentlich nuanciert spielt, aber auch Meryl Streep und die anderen Schauspieler. Auch Ton, Bild und Kamera sind bei diesem Film gut bis sehr gut. Beim Ton wird nur ein Mal richtig Surround benutzt. Aber das an der m. E. genau richtigen Stelle, so dass sich das Publikum wohl genau so fühlt, wie diejenigen, denen die Aktion passiert (wenn ich mehr verrate, verrate ich ein kleines aber wichtiges Detail des Filmes).
Also liegen die bzw. meine Probleme mit diesem Film wohl eher an der Story und nicht ein Mal so sehr am Drehbuch. Dabei hätte ich diesen Film doch so gerne gemocht. Trotzdem empfehle ich diesen Film für die, die mit skurrilen Themen was anfangen können. Der Film erreicht zwar nicht das Niveau von "Being John Malkovich" oder "Edward mit den Scherenhänden" (um zwei konträre Beispiele von Skurrilität auszuwählen) doch es werden sicherlich genügend von euch das in dem Film sehen, was mir wohl auf ewig verborgen bleibt. (aks)
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