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Animation
Stuart Little 3 - Der Ruf der Wildnis
geschrieben von klaus_h am 08. Nov 2005
Sequel - not equal
Der erste Stuart Little-Animationsfilm um die Adoption des kleinen weißen sprechenden Mäuserichs Stuarts innerhalb einer New Yorker Familie war aufgrund der schönen Koexistenz zwischen CGI-generierter Maus, anderen Tieren und realen Schauspielern einer der Überraschungshits der letzten Jahre. Auch der zweite Teil garantierte gute Tricks und ein hohes Tempo, wenn auch der Überraschungseffekt dank unserer übersättigten Augen etwas nachgelassen hatte. Wie sieht es nun bei dem dritten Teil aus, in dem es unseren Helden immerhin unter der Regie Audu Padens ("Pinky & der Brain") ins Pfadfinderlager und die Wildnis Vermonts verschlägt?
Stuart Little 3 - Der Ruf der Wildnis
USA, CAN 2005
Veröffentlichung: 25.10.05
Regie: Audu Paden
Sprecher (Orgin.): Michael J. Fox, Geena Davis, Hugh Laurie, Peter MacNicol, Virgina Madsen u.a.
"Nochmal"-Faktor: für Kinder mit Sicherheit
Unsere Wertung: 70 %
FSK: o.A.
Laufzeit: 73 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch, Kroatisch, Türkisch Dolby Digital 5.1
Extras: - drei Spiele/Rätsel (Rettet George, Der gefräßige Monty, Lerne Zeichnen), Trailer für gleichnamiges PC/PSII-Spiel
Um es gleich vorneweg zu sagen: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern verzichtet man hier wohl aus Kostengründen auf die aufwändige Tricktechnik in ihrer extremen Form und damit auch auf die reellen Darsteller Geena Davis, Hugh Laurie etc., aber eben auch auf die anderen Tiere, wie z.B. der Katzen Snowbell und Monty, deren Minenspiel man per Tricktechnik vermenschlicht hatte. Vor einigen Jahren hätte man dann alles komplett in der herkömmlichen Art zeichnen lassen. Doch davon keine Spur.
Vieles ist per Basis-CGI - wie ich es einmal nennen möchte - zumindest in den Bewegungsläufen vorgegeben, nur fallen hier die aufwändigen Texturen, wie z.B. des Fells flach, und werden mit "gemalten" Oberflächen abgedeckt. Dies geht in einigen Fällen gut, wie z.B. bei dem räuberischen Hecht, der auf der Jagd nach Stuart im Minikanu gleichsam den weißen Hai und Moby Dick in den Schatten stellt, aber ausgerechnet bei unserem Titelhelden leider nicht. Sein weißer Umriss wirkt dabei im selbst im Vergleich zu Snowbell erschreckend zweidimensional. Bei anderen Figuren wie dem dem Stinktier Reeko empfindet man dies nicht so stark. Die Hintergründe wirken z.T. etwas lieblos (Autos, Straßen, Häuser), während man sich beim reflektierenden Kachelboden, Blättern oder dem Wasser mehr Mühe gemacht hat.
Wer sich jetzt enttäuscht von der DVD abwendet, handelt jedoch vorschnell. Denn auch hier hat die Story gleichermaßen Witz, Charme und Tempo. Kleine Seitenhiebe gegen medienhörige Kinder würde man bei einem von Sony vertriebenen Film fast gar nicht erwarten, aber auch diese sind ironischerweise zu finden. Und die sarkastischen Kommentare Snowbells wie überhaupt das Handeln des aufrechten Stuarts halten den Vergleich zu den beiden ersten Filmen stand.
Die fünf Littles fahren diesmal in ein Ferienhaus, inmitten einer Seen- und Waldlandschaft. Zum Entsetzen der zivilisationabhängigen Hauskatze Snowbell, zur großen Freude Stuarts, der sich auf die Boyscouts freut, und zum absoluten Desinteresse Georges, der lieber Level 38 mit neuem Highscore auf seiner Mini-Playstation schaffen möchte. Doch Stuart wäre nicht er selbst, wenn er es nicht schaffen würde, seine ängstliche Mom dank seines Dads überzeugen zu können. Schließlich war der Vater einst auch bei den Pfadfindern.
Zwar gelingt es der Truppe bald auch George davon zu überzeugen, dass es etwas anderes als Computerspiele gibt (wie perfide angesichts des in den Extras "versteckten" Trailers), aber Stuart geht aufgrund seiner geringen Größe und dem unfähigen Gruppenleite bald unter. Erst durch das Stinktier Reeko lernt Stuart sich besser im Wald zurecht zu finden. Doch wie soll er seine Freunde und sich vor dem "Biest", einem tributfordernden Pumaweibchen, dass den ganzen Wald terrorisiert, retten?
Das ganze wird spannend und augenzwinkernd erzählt, wenn z.B. der kleine Pocahontas-Verschnitt Brooke den im Wald mit den Augen auf der Playstation einher tappenden George auffordert, mal auf die "Graphik" nach oben zu schauen. "Tolle Auflösung!", meint George nur, woraufhin manche Eltern etwas zusammenzucken werden.
Auch die drei Kombinations- und Quizspiele sowie das Lernprogramm zum einfachen Zeichnen dreier Charaktere sind ansprechend gestaltet und kindgerecht. Wenn einen die z.T. eingedeutschen Songtexte enervieren sollten, empfehle ich den Erwachsenen das Umstellen auf die Originalversion, bei der man mit den guten O-Stimmen von Michael J. Fox (Stuart), Peter MacNichol (Scouttrooper) und Virginia Madsen (Das "Biest") belohnt wird.
Alles in allem ist die DVD für Kinder witzig und kurzweilig. Selbst Erwachsene können, wenn sie die technische "Unvollkommenheit" wohlwollend übersehen, gut unterhalten werden. Als Gabe auf den Weihnachtstisch wird die DVD in jedem Fall bei jüngeren Kids angesagt sein. Dabei halte ich die Kombination alter und neuer Animations-Techniken wie schon beim ambitionierten "Steamboy" bis heute nicht überzeugend umgesetzt. Es mag sein, dass man damit in Kanada Kosten sparen kann. Ob man damit angesichts verwöhnter Konsumenten grundlegend Erfolg haben darf, ist eine andere Frage.
(kh)