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Musical
 Beyond the Sea
geschrieben von klaus_h am 30. Jan 2006

Bobby Darin - Musik war sein Leben

Cover Biopics, also verfilmte Biographien, sind momentan "in". Ob es "Das Comeback", "Ali" oder "Der Untergang" in Babelsberg ist. Und genau dort drehte auch einer der größten Fans des zu Unrecht "Westentaschen-Frank-Sinatras" genannten Bobby Darins, Kevin Spacey ("American Beauty"), eine sowohl musikalisch als auch darstellerisch fulminante Verbeugung von einem der größten Entertainer der späten 1950er Jahre, dessen Lebensweg einige Überraschungen parat hält.

Beyond the Sea
USA - 2004
Veröffentlichung: 08.12.05
Regie: Kevin Spacey
Darsteller: Kevin Spacey, Kate Bosworth, John Goodman, Bob Hoskins, Brenda Belthyn, Greta Scacchi u.a.
"Nochmal"-Faktor: gerne
Unsere Wertung: 90%
FSK: frei
Laufzeit:ca. 114 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch/Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9 (anamorph), 1.78:1
Untertitel: Deutsch
Extras:
• Audiokommentar mit Kevin Spacey u. d. Produzenten Andy Petterson
• Making of (16 min)
Bobby-wer?, werden jetzt vielleicht einige Leser fragen. Die Jüngeren kennen vielleicht seine größten Hits "Beyond the Sea" und das verswingte "Mack the Knife" aus der Dreigroschenoper nur in der Fassung von Robbie Williams ("Swing when you're winning"). Und wenn sie dann noch denken, einer aus dem legendären Rat Pack, womöglich Sinatra selbst habe damit einen Hit gelandet, so täte man dem mutigen Sänger aus der Bronx wirklich Unrecht.

Beispiel Denn 12 Top-Ten-Hits, 2 Grammys für seine Lieder und eine Oscarnominierung als bester Nebendarsteller in einem Film sprechen für sich. Und da Spacey durch die Platten seiner Eltern zu dessen wahrscheinlich größtem Fan wurde, bemüht er sich gleich in dreifacher Kraft als Hauptdarsteller, Produzent und Regisseur Darin aus der Vergessenheit zu zerren. Einen ähnlichen Kraftakt stemmte vor Jahren auch Barbra Streisand mit "Yentl".

Bobby Darin war mit einem Handikap geschlagen: Ein rheumatisches Fieber schwächte sein Herz und seine Konstitution. Die Ärzte nahmen an, dass der Sechjährige kaum älter als 15 werden sollte. Aber wenn er einmal nicht das Bett hüten musste, brachte ihm seine alleinerziehende Mutter (Belthyn, "Hear my voice"), eine alte Vaudevillekünstlerin, Musizieren, Tanzen und Singen bei. "Wenn du singen kannst, kommst du auch aus der Bronx heraus", meinte sie, um den Sohn eine Zukunft vorzuzeichnen, die es vielleicht nie geben würde.

Beispiel Aber der kleine Bobby war ein Kämpfer - wenn er 15 Jahre alt werden könnte, warum nicht auch 20? Wenn man dann noch Sinatra überflügeln würde, wäre das Ziel erreicht! Allen medizinischen Prognosen zum Trotz wurde er erwachsen, unterstützt von einem Rattenschwanz von Familien- und Freundesclan, allen voran der hemdsärmelige Schwager (Hoskins, "Keine Angst vor Roger Rabbit", "Doomsday", "Vanity Fair", "Paris je t'aime") und sein Manager (Goodman, "King Ralph"), schaffte in der Rock n' Roll-Ära sogar seinen ersten Hit: "Splish-Splash". Doch ein Teenager-Idol zu werden war nicht sein Ziel. Er wollte die großen Standards singen und in den angesagtesten Nachtclubs auftreten, wie dem Copa, wo auch "The Voice" gastierte.

Darin schaffte auch dieses Ziel - und am Gipfel seiner Karriere setzte er sich bei gemeinsamen Dreharbeiten in Italien in den Kopf, ausgerechnet die tugendhaft-süße Sandra Dee (Kate Bosworth, "Die Entführung von Bus 657") ihrer Mutter (Greta Scacchi, "Die letzten Tage von Kenia", "Agatha Christie – Poirot Collection 12") zu ent- bzw. verführen. Dabei war er dermaßen hartnäckig, charmant, unverfroren und als offenkundiger Toupetträger derart selbstironisch, dass er das Herz der jüngeren Schauspielerin eroberte. Die Hochzeitsnacht wäre fast zum Fiasko geworden, aber auch dies meisterte er besonnen - aber geht es gut, wenn zwei Künstler trotz Kind eine Karriere meistern wollen? Und am Ende seiner Karriere - er soll gerade einmal 36 Jahre alt werden - erfährt er, wer denn wirklich seine Mutter ist...

BeispielSpacey verpackt diesen Werdegang mit viel Selbstironie in eine verschachtelte Spielhandlung mit vielen Gesangs- und Tanzeinlagen: Angeblich dreht Darrin einen Film über sein Leben, doch sein Alter Ego, d.h. der kleine Junge, der ihn als Kind zu spielen hat, behauptet, er müsse doch selbst wissen, "dass alles etwas anders gewesen wäre." Besonders zum tragischen Ende funktioniert dieser Musical-Trick sehr gut, aber am Anfang wird er den ein oder anderen Betrachter irritieren.

Manche mögen skeptisch sein, dass Spacey auch alle Songs selbst gesungen hat, aber meiner Meinung nach hat er den Stil Darrins gut getroffen, ohne das Wagnis eingegangen zu sein, ihn zu imitieren. Sein Spiel und auch die Regie ist mitreißend, sodass er nicht umsonst 2005 eine Golden-Globe-Nominierung erhielt. Ob unbedingt eine Nasenprothese notwendig war, um ihn Darrin ähnlicher zu machen, möchte ich dahingestellt sein lassen. Doch bei den Extras erzählt Hoskins in seinem fürchterlichen Akzent, dass ein Kellner tatsächlich Spacey mit Darrin verwechselt habe.

Beispiel Die mir bis dahin unbekannte Kate Bosworth ("Wonderland") spielt ebenfalls grandios die saubere "Tammy, das Mädchen vom Flußboot" wie auch die desillusionierte Ehefrau, die allmählich zur Trinkerin wird. Das Set ist herrlich kunterbunt und zeitgemäß korrekt. Vor allen Dingen wenn man bedenkt, dass alles in Babelsberg und Potsdam gedreht wurde. (Nur gut, dass die Hohenzollern sich auch eine Villa im italienischen Stil erbauen ließen) Der Audiokommentar ist ebenfalls sehr informativ und grundehrlich. Beim "Making of" amüsieren die frierenden Darsteller, die in 60er-Jahre-Fähnchen Durchhaltewillen zeigen, wie auch die Selbsterkenntnis Spaceys, dass er das Tanztraining am Anfang hätte ernster nehmen können.

Alles in allem ist es Spacey vollkommen gelungen, potenzielle Interessenten zu Darin-Verehrern zu machen. Jeder, der einen Draht zu Musikfilmen oder Biopics hat, sollte zugreifen, zumal Bild und Ton erstklassig sind. Der Film macht einfach Spaß, er hat gute ernste und tragische Momente, wobei Spacey ebenfalls darauf achtet, den Humor nicht außen vor zu lassen. Denn wie Darin geht es ihm um die Unterhaltung des Publikums - Film ist sein Leben. (kh)


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