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Drama
Lovesong für Bobby Long
geschrieben von AngrySmiley am 08. Mar 2006
White Trash in New Orleans
Es gibt sie fast in jeder Stadt, an fast jeder Straßenecke, und fast jeder ignoriert sie. Die Verlierer des Lebens, die mit ihrem Leben nichts mehr anzufangen wissen, und sich deshalb bereits zum Frühstück mit Hochprozentigem zu betäuben versuchen. Aber, dass auch diese gefallenen Menschen eine Geschichte haben, interessiert kaum jemanden. Wenn John Travolta einer dieser Loser ist, sieht die Sache natürlich schon ganz anders aus.
Lovesong für Bobby Long
USA 2004
Veröffentlichung:
13.02.2006
Regie: Shainee Gabel
mit:
John Travolta, Scarlett Johansson, Gabriel Macht u.a.
Sprachen und Tonformate:
Deutsch und Englisch, Dolby Digital 5.1
Bildformat:
1:1,78 (16:9 anamorph codiert)
Untertitel:
Englisch
Extras:
Interviews mit Cast & Crew
Making Of
Behind the Scenes
Deleted Scenes
Kinotrailer
Cast & Crew
Bildergalerie
Die 18-jährige Purslane (Johansson - "Die Insel", "Lost in Translation") erfährt vom Ableben ihrer Mutter, die sie kaum kannte, verlässt ihren Freund und reist von Florida nach New Orleans, wo ihr die Mutter ein Haus hinterlassen hat. Aber nicht nur ihr, sondern auch den beiden Verlierer Bobby (Travolta - "Grease", "Schnappt Shorty", "Lonely Hearts Killers") und Lawson (Macht - "Bad Company", "Liebe in jeder Beziehung"). Zögerlich zieht sie in die Wohngemeinschaft ein, erkennt aber schnell, dass hinter den beiden Alkoholikern mehr steckt, als man vermuten würde. Bobby ist ein ehemaliger Literaturprofessor und Lawson war sein Protegé, ein viel versprechender Schriftsteller, der aber noch kein Buch fertig gestellt hat.
Mit der Zeit freundet sich Pursy mit den beiden Außenseitern an, und lässt sich von ihnen auch überreden wieder auf die Schule zu gehen. Nachdem Lawson ihr eines Tages auch die tragische Geschichte von ihm und Bobby Long erzählt, fängt Pursy auch an, die beiden gebrochenen Helden zu verstehen. Als sie eines Tages erfährt, dass sie die alleinige Erbin des Hauses ist, droht die Freundschaft zu zerbrechen.
Vergleiche mit "Leaving Las Vegas" aus dem Jahre 1995 bieten sich hier natürlich an. In beiden Filmen geht es um totale Loser, denen das Leben übel mitgespielt hat, und für die Alkohol der letzte Ausweg zu sein scheint. Im Gegensatz zu "Leaving Las Vegas", in dem sich Nicolas Cage zu Tode saufen will, wollen sich John Travolta und der Newcomer Gabriel Macht aber nicht umbringen, sondern nur ihren Erinnerungen entfliehen, und da ist ihnen Freund Wodka natürlich gerne behilflich.
Bobby und Lawson duellieren sich den ganzen Film über in einem Literatur-Quiz, indem sie ständig bekannte Schriftsteller wie T.S. Eliot, oder Hemingway zitieren. Zwar nervt das mit der Zeit, ist aber für den Film enorm wichtig, da Travoltas Charakter seine Gefühle nur mit den Worten anderer ausdrücken kann. In einer Szene, in der sich die beiden heftig streiten, kommt dies am besten zum Vorschein. Der schönste, aber auch klischeehafteste Moment ist aber wenn Pursy und Lawson, in eine Decke gewickelt vor dem brennenden Kamin sitzen und Lawsons Manuskript verbrennen. Hier erzählt Lawson, weshalb er und Bobby nach New Orleans gekommen sind. Eine sehr schöne Szene, die bestens zur ruhigen Stimmung des Filmes passt.
Das Bonusmaterial besteht aus den üblichen Verdächtigen, wie Interviews, "making of" und entfernten Szenen. Die Interviews wie das knapp 30-minütige "making of" sind streckenweise interessant, verlieren sich aber oft in Lobhudeleien über die Darsteller. Die "deleted scenes" sind ebenfalls mäßig interessant, und man kann teilweise verstehen, warum es manche Szenen nicht in den fertigen Film geschafft haben. Man kann also sagen, dass es nichts Neues an der Bonusmaterial-Front gibt.
Man darf "Lovesong für Bobby Long" nicht zu oberflächlich betrachten, da man sonst annehmen könnte, dass der Film kaum Handlung besizt. Wer aber ein bisschen an der Fassade kratzt entdeckt ein stimmiges Porträt über die Randfiguren unserer Gesellschaft, das zwar traurig stimmt, aber trotzdem liebenswert ist, nicht zuletzt wegen der großartigen Darsteller. (sd)
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Mitglied seit: Sep 16, 2003
Artikel: 1313
Geschrieben am:25. Mar 2006 - 14:10
Manchmal findet man einen Film, bei dem alles passt, und bei dem vor allem die Schauspieler wie kleine Rädchen zu einarder passen wie bei einem meisterhaften Uhrwerk.
Dieser Filn hier gehört dazu. Fantastisch gespielt. Sehr, sehr schön anzusehen.
Beeindruckt Aleks
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