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Komödie
Toll trieben es die alten Römer
geschrieben von phlip am 13. Jan 2004
Das Leben vor Brian
Irgendwo auf dem Weg von Buster Keaton zu Monty Python muss einmal etwas Komisches passiert sein. Regisseur Richard Lester hatte genug von den Beatles-Filmen und wollte endlich mal richtige Männer in Togas tanzen lassen.
Toll trieben es die alten Römer
GB / USA 1966
Veröffentlichung: 13.01.2004
Regie: Richard Lester
mit: Zero Mostel, Phil Silvers, Buster Keaton u.a.
"Nochmal"-Faktor: Niedrig, für Comedy- oder Musical-Fans sicher höher
Unsere Wertung: 50%
FSK: ab 12
Laufzeit: 93 Minuten
Sprachen und Tonformate: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Bildformat: 1,85:1 (16:9 Widescreen)
Untertitel: Englisch und Deutsch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Dänisch, Griechisch
Extras: 1 Trailer
Doch ohne Frauen in Bikinis fand er das immer noch nicht lustig genug - nur Jupiter weiß, warum. Also beschloss er (bzw. die Herren Shevelove und Gelbert, die das erfolgreiche Broadwaystück geschrieben haben, auf dem der Film basiert),
in einem der drei Häuser seiner Römerstadt einen kleinen Sklavinnenmarkt zu positionieren. Huch, wie spaßig!
Wer allerdings mit diesem typisch 1960er Macho-Acessoire leben kann (oder es schon wieder trashig findet), der kann schon seinen Spaß haben an dieser Klamotte. Die Slapstick-Lektionen von Buster Keaton sind gelernt und der Altmeister spielt gleich selbst mit.
Es ist allerdings keine tragende Rolle, etwas kurzsichtig, aber wichtig am Ende. Und wer möchte, kann sich vorstellen, wie die Herren Gilliam, Cleese, Palin et al. als flotte Twens zusammen ins Kino gegangen sind und sich danach auf ein "Ganz nett, aber das können wir doch besser!" verständigt haben. Obwohl zum Beispiel die Idee mit dem Liebesbrieftaubenfriedhof schon ziemlich Monty Pythonesque ist.
A Funny Thing Happened on the Way to the Forum heißt der Film
im Original. Was dieses eine funny thing gewesen sein soll, ist mir verborgen
geblieben. Trotzdem passt dieser Titel besser als der deutsche, denn getrieben wird rein gar nichts. Dafür wird umso mehr gesungen (in der deutschen Fassung auf deutsch!). Wenn man nach der ersten halben Stunde abschaltet, könnte man das Gefühl behalten, in ein bitter-kitschiges Sandalen-Musical geraten zu sein.
Doch haltet aus: Der Film zieht sich später selbst durch den Kakao. Die Schmonzette "Lovely" wird beispielsweise zweimal gegeben und die zweite, "pervertierte" Version ist auch nach fast 40 Jahren noch für einige Lacher gut! Also nichts gegen Songs in Komödien. "Always look on the bright side of death ..."
Den Hauptdarsteller Zero Mostel kennt keiner mehr, oder? Solche Leute werden heute leider gar nicht mehr zu Stars. Zu dick, zu klein, zu alt. Doch wenn so einer richtig aufdreht...
Er spielt den sehr ungezogenen Sklaven Pseudolus im Haus eines vermeintlich anständigen Patrizierpaares. Um seine Freiheit zu erlangen, verspricht er Hero, dem Sohn des Hauses, bei der Eroberung einer Kurtisane aus dem Haus nebenan behilflich zu sein. Nur blöd, dass die schon an den prächtigen Feldherrn Miles Gloriosus verkauft ist. Doch Pseudolus bringt den Kurtisanenhändler Marcus Lycus dazu, mit ihm die Rollen zu tauschen und so mächtig Verwirrung zu stiften. Noch ein paar weitere Handlungsstränge mit einer Prise Romeo und Julia und einem Schuss Ben Hur hereingemischt und fertig ist das komödiantische Chaos, das die Lachmuskeln durchaus einige Male kräftig in Schwung bringt.
Extras gibt es leider keine, wenn man einmal vom total bescheuerten Originaltrailer absieht, in dem zwar alle Bikinis, aber keine Gags zu sehen sind. Die Bildqualität ist für einen nicht mehr ganz frischen Streifen erstaunlich gut. Da ist wohl deutlich nachgeholfen worden. Gut so, denn die Bilder sind es wert: Der Kameramann hieß Nicolas Roeg (der spätere Regisseur von Wenn die Gondeln Trauer tragen, Der Mann, der vom Himmel fiel usw.).
Alles in allem eine Klamotte, die man ruhig auch heute noch anschauen kann. Für Fans des Genres sicher ein interessanter Meilenstein auf dem Weg zwischen General Buster Keaton und dem Weibsvolk des Brian. (pk)
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