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Thriller
Lord of War - Händler des Todes
geschrieben von AngrySmiley am 08. Aug 2006
Eine Kugel trifft einen Kindersoldaten in den Kopf
Allein schon diese Szene zu Anfang des Filmes deutet darauf hin, dass "Lord of War" keine leichte Unterhaltungskost ist, sondern teilweise richtig an die Nieren geht. Die Geschichte über Aufstieg und Fall eines internationalen Waffenhändlers, der von Nicolas Cage dargestellt wird, ist große Unterhaltung, die auch zum Denken anregt... so soll gute Unterhaltung sein.
Lord of War - Händler des Todes
USA 2005
Veröffentlichung:
08.08.2006
Regie: Andrew Niccol
mit:
Nicolas Cage, Jared Leto,
Ethan Hawke u.a.
"Nochmal"-Faktor:
mittel
Unsere Wertung:
80%
FSK: ab 16
Laufzeit: ca. 117 Min.
Sprachen und Tonformate:
Deutsch(Dolby Digital 5.1), Englisch(Dolby Digital 5.1)
Extras:
Audiokommentar Regisseur Andrew Niccol
Entfallene Szenen
Making of 'Lord of War - Händler des Todes'
Ein lukratives Geschäft: Internationaler Waffenhandel
Amnesty International Spot mit Nicholas Cage
Trailer
Yuri, Sohn ukrainischer Einwanderer aus einfachen Verhältnissen, erkennt eines Tages, dass er mit dem An- und Verkauf von Waffen jede Menge Geld machen kann. Natürlich eröffnet er keinen Waffenladen ("Davon gibt es in den USA ja mehr als McDonalds"), sondern geht den illegalen, aber viel lukrativeren Weg und fängt an die Kriegsgebiete dieser Welt zu beliefern. Nebenbei schafft er es auch noch seine Traumfrau zu erobern, die natürlich nichts von seinem Job weiß, und einem aufstrebenden Interpol-Agenten zu entwischen... aber irgendwann hat alles Schöne sein Ende, und so auch Yuris Aufstieg zum ungekrönten Waffenschieber.
Mich erinnerte Yuri Orlof in vielen Szenen an Gordon Gekko, Michael Douglas’ Charakter aus Wall Street. Yuri ist ein smarter Arsch, der über Leichen geht um Erfolg zu haben, genauer genommen lebt er ja von den Leichen. Er verkauft Feuerwaffen an Diktatoren mit dem Wissen, dass diese die Waffen zur Unterdrückung verwenden. In einer Szene regt er sich sogar darüber auf, dass in einem afrikanischen Land ein Waffenstillstand ausgehandelt wurde. Für ihn heißt dass natürlich Verluste ohne Ende, dass unzählige Menschen aus dem Krisengebiet eine neue Chance bekommen ist ihm absolut egal... mit dem Glück der Menschen kann er kein Geld machen.
Im Vergleich zu Yuri ist sein jüngerer Bruder Vitali ein gutherziger Typ, dem der Job schon bald zu schaffen macht und der sich schnell den Drogen zuwendet, und von denen nur mehr schwer wegkommt. Nachdem er sich endlich den Drogen und der Tätigkeit als Waffenhehler abgewandt hat, überzeugt Yuri ihn noch zu einem letzen Deal... dies soll dann auch wirklich sein letzter sein.
Regisseur Andrew Niccol, dessen Regiedebüt "Gattaca" einigen Leuten vielleicht noch ein Begriff ist, verfasste und drehte eine Geschichte, die zwar sehr amerikanisch ist (vom Tellerwäscher zum Millionär), aber eben die illegalen Möglichkeiten aufzeigt diesen Weg zu gehen. Der Film bietet sicher viel Diskussionsmaterial und man vergisst ihn auch nicht so schnell, da speziell das Ende des Filmes sehr gut gemacht ist. Für einen anspruchsvollen aber trotzdem noch unterhaltsamen DVD-Abend also genau das Richtige.
Natürlich bietet die DVD auch einige Extras, die überaus interessant sind. Im Audiokommentar spricht Regisseur Niccol darüber, dass es schwer war Geldgeber für den Film zu finden und verrät einige spannende Details zu den Dreharbeiten. Weiters erfährt man, dass es billiger war echte Waffen zu kaufen und später wieder zu verkaufen, als Attrappen für den Film zu verwenden. Ein weiteres Extra ist ein Beitrag über den internationalen Waffenhandel. Wer sich also für dieses Thema interessiert, sollte sich diesen Bericht auf keinen Fall entgehen lassen.
"Lord of War" ist gleichzeitig eine bitterböse Komödie und ein spannender Thriller, der nie langweilig oder sentimental wird. Nicolas Cage ("Das Vermächtnis der Tempelritter", "Adaption") präsentiert sich wieder in Höchstform und auch der restliche Cast, Ethan Hawke ("Das Ende - Assault on Precinct 13"), Jared Leto ("Requiem for a Dream", "Alexander") und Bridget Moynahan bieten tolle Leistungen. Einzig Ian Holm ("The day after tomorrow") konnte mich nicht so wirklich faszinieren, was aber hauptsächlich daran liegt, dass ich immer wenn ich ihn sehe an Bilbo aus den "Herr der Ringe" Filmen denken muss.
"Lord of War" ist ein spannender Thriller über den man auch ein bisschen lachen kann, insofern man schwarzen Humor gut findet. (sd)
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