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Flutsch und weg

Beiträge / Animation
geschrieben von klaus_h am 06.06.2007, 00:00 Uhr

Flushed away!

Umschlag-Cover Buchstäblich "heruntergespült" in die Kanalisation fühlt sich Luxushausratte Roddy St. James aus dem Londoner Edelviertel Kensington! Hat ihn doch die Proletenratte Sid einfach durch die Toilette in ein Miniaturlondon "transportiert", aus dem er nun dringend wieder nachhause möchte. Klingt ein wenig nach "Feivel, der Mauswanderer"? Ist es aber nicht, wenn die Macher von "Wallace & Gromit" sich mit jenen von "Shrek" [1] zusammentun! Denn mit Knete und Stopmotion-Tricktechnik lässt sich wohl kaum Wasser animieren...

Flutsch und weg
GB/USA - 2006
Veröffentlichung: 24.05.07
Regie: David Bowers u. Sam Fell
Sprecher im Original: Hugh Jackman, Kate Winslet, Ian McKellen, Jean Reno, Andy Serkis, Bill Nighy und Shane Richie u.a.
Deutsche Sprecher: Ralf Bauer, Jessica Schwarz, Andreas Fröhlich u.a.
"Nochmal"-Faktor: sehr hoch, optimaler Familienfilm
Unsere Wertung: 98%
FSK: frei
Laufzeit: 81 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch / Englisch / Türkisch Dolby Digital 5.1 DTS, Audiokommentar
Bildformat: 16:9, 1,85:1 (anamorph)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: • Audiokommentar des Regisseurs
• Die Musik von Flutsch und weg (8:51 min)
• Begegnung mit den Darstellern (Synchronisationsprechern 8:38 min)
• 3 Hits gesungen von den Nachtschnecken
• Juke Box (Filmsongs anspielbar)
• Dreamworks for Kids: Bau dir eine Nachtschnecke (Knete-Anleitung, 12 min)
• Lerne Roddy zu zeichnen
• Geschicklichkeitsspiel: Labyrinth der Rohre (spielbar, aber mit Steuerungsbug zum Ende hin)
Da beide Teams eine ähnliche Liebe zu skurrilen Details und schrägen Storys haben, war mir von Anfang an klar, dass dabei ein Film herauskommen würde, der Fans beider Kulturen zufriedenstellen würde. Daher ist es für mich unverständlich, dass der Film im Kino floppte. Vielleicht weil die Helden (Haus)ratten sind und nicht kuscheli-wuscheli-Tierchen? Egal - mit den gewohnt augenzwinkernden Parodien auf alle möglichen Filmklassikern braust nun die DVD mit jeder Menge Extras durchs Pantoffelkino!

Beispiel Roddy lebt nicht nur bildlich in einem vergoldeten Käfig. Als die Familie im Urlaub weilt, tanzt die Ratte munter ins (einsame) Luxusleben: Tennis-, Beachvolleyball und Golfspiel mit den Barbiepuppen und gemeinsame Ausflüge im roten Sportcabrio (1. Anspielung auf Stuart Little) - doch insgeheim weiß Roddy genau, dass ihm etwas fehlt: Seinesgleichen. Doch zuerst will er sich gegen den Eindringling Sid wehren, der ihm seine Rolle streitig macht. Listig will er Sid die Toilettenschüssel als Whirlpool vormachen - und landet seinerseits im Abfluss!

Auf der rasanten Fahrt nach unten, merkt man schnell, warum dies mit Knete nicht zu machen war. Witzigerweise hält er dabei kurz ein kleines orangefarbenes Fischchen im Arm, dass ihn mit Kulleraugen anflötet: "Hast Du meinen Vater gesehen?" Nach dieser ersten Anspielung auf "Findet Nemo" wird man das Fischchen noch mehrere Male sehen - einmal sogar auf dem Grill der einbeinigen Fast-Food-Ratte. Roddy seinerseits plumpst buchstäblich auf das Boot von Lara-Croft-Verschnitt Rita (Kate Winslet, Jessica Schwarz, "Verschwende deine Jugend" [2], "Das Parfüm" [3]), der die Rattengang um Whitey und Spike (Serkis: "Herr der Ringe", Andreas Fröhlich: Synchrostimme Edward Nortons) einen Rubin aus der königlichen Sammlung der großen Kröte (Bill Nighy, "Fluch der Karibik" [4]) wieder abjagen möchte.

Beispiel Der tolpatische Roddy händigt der Gang den Stein aus, um seinen eigenen Hals zu retten. Als er aber bemerkt, dass der spleenige Kröterich in bester James-Bond-Bösewicht-Manier den Untergang der Rattenwelt plant, paktiert Roddy schnell mit Rita, der nun die Kröte das Hauptkabel abjagen möchte. Denn nur damit kann er in der Halbzeitpause im WM-Finale zwischen Deutschland und England bei der einbrechenden Pinkelflut der TV-Zuschauer die Schleusen öffnen, um sich an allen Ratten für die Schmach seines Lebens zu retten. Denn einst war er das Lieblingshaustier von Prinz Charles - bis er wegen einer Hausratte ebenfalls heruntergespült wurde!

Auf dem Weg ins turbulente Finale gibt es wunderschöne Parodien ("Susi & Strolch", "Kill Bill" [5], "Aristocats" etc.) und skurrile Figuren. Am besten gefallen den Kindern wahrscheinlich die singenden Nacktschnecken, die als running gag Roddy durch den ganzen Film stimmungsmäßig begleiten. Als Idee einfach superb - doch in meinem Garten werden die Dinger trotzdem keine Chance haben. Ebenfalls sehr schön geraten ist der große Muskelrätterich Whitey, der noch am ehesten an die Wallace & Gromit-Figuren erinnert und der Ninjafrosch "Le Frosch" - übel übersetzt "Le Froq", der im Original stimmig von Jean Reno ("Die purpurnen Flüsse" [6]) gesprochen wird.

Beispiel Einer der Glanzpunkte ist jene Szene, als der Pantomimenfrosch seines Ninjateams die per Fotohandy überspielten Drohungen des Kröterichs mittels Gesten rüberbringt und die rasante Verfolgungsjagd durch die unterirdischen Kanäle mit deutlichen Anleihungen bei "Man lebt nur zweimal" und "Amsterdamned". Dass am Ende eine Welle gleich mehrfache Bedeutung haben kann, lässt einen zwar kurz "schlucken" - britischer schwarzer Humor ist nun einmal so gestrickt. Insgesamt ein fröhlicher, flotter Film, der mit der Botschaft, dass man nur unter Mitmenschen - pardon, Ratten - glücklich sein kann, gut auskommt.

Beispiel Viel phantasievoller als Shrek II und von den Typen her origineller als vieles, was sonst in der digitalen Trickwelt daherkommt, glänzt die DVD auch durch eine Fülle an Extras, die insbesondere die Kinder bzw. das Kind im Manne begeistern dürfte. Wer einen der Knetekünstler beim Basteln einer Nacktschnecke beobachten darf, wird sich gleich an seine Kinderzeit erinnern. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass so etwas gar nicht so leicht ist, wie es auf den ersten Blick aussieht. Als Zugabe gibt es u.a. drei aktuelle bzw. klassische Pop/HipHopHits ( "Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now)", "I don’t feel like Dancing" und "Pump It") präsentiert von den Nacktschnecken und eine längere Präsentation der Synchronisationsarbeiten. Ein Muss für den nächsten Kindergeburtstag. Großcousinchen Sophie hatte auf jeden Fall ihren Spaß an einem verregneten Pfingstnachmittag! "No slugs are a-salted in this movie!" (kh [7])

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2131, 2121, 1868, 1805, 1570, 1519, 1437, 1182, 1160, 1016, 923, 760, 710

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