Nicht alle Männer werden böse geboren
Ok, ein Animationsfilm mit Horror-Elementen für den geneigten Zuschauer ab 12 (Tim Burton's "Corpse Bride" [1] war ab 6!). Das hätte wirklich wunderschön werden können! Doch Regisseur Anthony Leondis (bisher nicht aufgefallen durch Disney Fortsetzungen wie "Lilo & Stitch 2: Stitch Has a Glitch") erschuf ein Film-Monster, das zwar dank eines durch Stars überbesetzten Cast auffällt, sowie durch ganz gute CGI-Technik (u.a. dank vietnamesischer Animations-Tagelöhner), jedoch insgesamt besser doch nicht zum Leben erweckt hätte werden sollen!
Igor USA 2008 |
| Veröffentlichung: 03.12.2009 |
| Regie: Anthony Leondis |
| mit den Stimmen von: John Cusack, Steve Buscemi, John Cleese, Jennifer Coolidge, Arsenio Hall, Jay Leno, Christian Slater u.a. |
| "Nochmal"-Faktor: Niedrig |
| Unsere Wertung: 35% |
| FSK: ab 12 Jahren |
| Laufzeit: ca. 83 Min. |
| Sprachen und Tonformate: Deutsch, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS 5.1 |
| Bildformat: 1:1,78, 16:9 |
| Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte |
| Extras: Blick ins Animationsstudio, Interviews mit den Synchronsprechern, Im Synchronstudio, Filmografien, Trailer |
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Obwohl Igor mit seinen überrunden Kulleraugen und Buckel sowie seinen animierten SchauspielerkollegInnen, die oft wirken wie eine Schulklasse auf Ritalin-Entzug, seine sympathischen Momente hat, so halte ich ihn für Kinder ungeeignet. Mit seinen Filmzitaten aus alten Horror-Streifen und den zum Teil geschmacklosen Gags zielt der Film doch wohl eher auf ein erwachsenes Publikum. Diesem (also mir!) fehl aber die handwerkliche Qualität der Pixar-Movies und die inhaltliche Kraft von Filmen wie z.B. "Corpse Bride" [2] oder "Coraline" [3].
Damit könnten wir's eigentlich belassen. Im DVD-Verkaufsregal stehen lassen und weitergehen! Doch das wäre dann doch etwas zu ungerecht. Letztendlich bedient Igor (wie damals in Zeiten der Dino-Manie) ein aktuelles Bedürfnis an Kindesaffinen-Gruselgeschichten. Monster sind "in" und die Filme haben Abnehmer. Warum also nicht auch Igor?! Hierbei geht's um eine Welt voller psychopathischer Genies, die ihre wahnsinnigen Erfindungen als Erpressungsgrund für den Rest der Welt bauen. So finanziert sich das Land "Malaria", in dem auch der begabte bucklige Assistent Igor lebt, der so gerne auch ein verrückter Erfinder werden möchte.
Der "Wissenschaftspreis des Bösen" steht an und Igors Herr und Meister stirbt aufgrund eines fatalen Irrtums. Igor übernimmt und erschafft eine gar scheussliche Kreatur, bei der es aber zu einer gänzlich falschen Gehirnprogrammierung kommt. Im Kampf um den Siegerpokal (denn das neu geschaffenen Monster "Eva" hat monstermäßiges Potential!) treten da noch diverse irre Wissenschaftler und ihre wandlungsfähigen Geliebten in den Ring. Nicht zu vergessen die schrägen Sidekicks Igors, wie den unsterblichen Hasen mit Selbstmorddrang oder das unterbelichtete lebende Gehirn. Alles Zutaten für einen wirklich guten Film, der leider nur zu einer seichten Abendunterhaltung reicht!
Das liegt vor allem daran, dass die Zoten, Gags und witzigen Augenblicke nicht leicht zu finden sind in den rund 80 Minuten Film. Es scheint, als wurde viel Zeit für den grundlegenden Aufbau des Plots verwendet und sehr wenig für gelungene Verweise, Zitate oder einfach nur sehenswerte Unterhaltung. Wer makabre Gags mag, der kann sich wenigstes an den unzähligen Versuchen des Kaninchens erfreuen sich erfolglos und umso spektakulärer aus dem Leben zu katapultieren.
Die Bild- und Tonqualität entsprechen gutem Mittelmaß, reichen aber nicht an die Spitzenplätze der Liga heran. Als eine Unverschämtheit empfand ich die Bonusmaterialien, die einen unwilligen John Cusack ("War Inc." [4]) in den Interviewfetzen zeigte, der mehr un-, als bereitwillig Werbung für den Film machen musste. Auch die abgeschmackten Regisseur- und Kollegen-Lobhudeleien sind eine Plage für jeden interessierten DVD-Käufer. Dieser Bonus ist ebenfalls kein Kaufargument.
Fazit
Insgesamt ist Igor enttäuschend, aber trotzdem kein vollkommen verlorener DVD-Abend. Glücklicherweise kann sich der deutsche Zuschauer wenigstens an den entsprechenden Synchronsprecher erfreuen, so dass sich der Starrummel im Cast einigermaßen gelohnt hat. Eine Monsterkomödie, die man wirklich schnell vergessen kann, auch wenn sie auf dem Ramschtisch günstig erscheint! Animations-Horror, der nichts für Kinder UND Erwachsene ist. (mg [5])
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Den Soundtrack findest du hier [7]!
Die Blu-Ray findest du hier [8]!
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