Der alte Mann und sein fliegendes Haus
Die Animationskünstler aus dem Hause Pixar waren stets eine Klasse für sich, wenn es um die Realisierung ihrer Träume in den Zeiten des computeranimierten Trickfilms ging. Regisseur Pete Doctor ("Die Monster AG") hat mit seinem Co-Regisseur Bob Petersen sowie dem gesamten Team gar eine Reise zu den legendären Tapui-Plateubergen in Venezuela unternommen, um ihnen und somit auch dem Publikum den Traum des Abenteuers, dessen alltäglicher Zerrspiegel das Leben ist, nahe zu bringen. Herausgekommen ist dabei der bisher zugleich phantastischste, aber auch Generationen übergreifende Pixarfilm nach "WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf" [1].
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USA - 2009 |
| Veröffentlichung: 21.01.2010 |
| Regie: Pete Docter & Bob Petersen
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| Sprecher: Edward Asner, Jordan Nagai, Christopher Plummer, Delroy Lindo (engl.) / Fred Maire, Otto Schenk, Maximilian Belle, Karlheinz Böhm, Dirk Bach (dt., aut.) |
| "Nochmal"-Faktor: hoch
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| Unsere Wertung: 97% |
| FSK: 0 |
| Laufzeit: 93 min |
| Sprachen und Tonformate: Deutsch / Österreichisch / Englisch Dolby Digital 5.1 |
| Bildformat: 16:9, 1,78:1 |
| Untertitel: Deutsch / Englisch / Englisch für Hörgeschädigte |
Extras:
• Audiokommentar von Regisseur Pete Docter und Co-Regisseur Bob Peterson (m. dt. UT)
• Kurzfilm "Teilweise wolkig"
• Kurzfilm / entfallene Szene "Dugs Sondereinsatz"
• Alternative Szenen "Viele Enden für Muntz"
• Das Abenteuer wartet (Exkursion des Teams nach Venezuela)
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Es war einmal... ein kleiner, scheuer bebrillter Junge, der von Abenteuern träumte und nur dank seiner wirklich energischen Sandkastenliebe Ellie wachgerüttelt wurde. Man heiratete, zog in ein altes Häuschen, richtete es her, träumte vergeblich vom Nachwuchs, sparte für seinen Traum, eine Reise zu den legendären Engelswasserfällen in Venezuela zu machen - und wurde darüber alt. Die alltäglichen Geldsorgen fraßen das Ersparte und wie jede große Liebe endete die Zweisamkeit Carls und Ellies mit ihrem Tod.
Schockiert darüber, dass ausgerechnet die viel Dynamischere zuerst gegangen ist, verliert Carl seinen Lebensmut und wird zum mürrischem Eigenbrötler. In der früher idyllischen Umgebung wird sein Häuschen inzwischen von lauter Wolkenkratzern überragt. Die Erschließungsfirma will unbedingt auch sein Grundstück kaufen, aber Carl bleibt hart. Wenn er schon nicht den Traum beider hat erfüllen können, möchte er wenigstens in seinem vertrauten Heim sterben. Als er durch ein Missverständnis einen Bauarbeiter verletzt, versucht die Baufirma ihn in ein Altersheim abschieben zu lassen. Carl gibt resigniert auf - aber nur scheinbar.
Denn bei der gemeinsamen Arbeit mit Ellie im Zoo hatte er mit Gas gefüllte Luftballons verkauft - gut, dass er davon noch eine ganze Armada samt Gasflaschen aufgehoben hat. Gerade als ihn die respektlosen Altenpfleger (sehr gut getroffen!) abholen wollen, entschwindet Carl samt Haus über die Gipfel der Wolkenkratzer dank einer Regenbogenwolke voll Luftballons, die in allen Farben glitzern. Ein poetischeres Bild für die Erfüllung eines Lebenstraums hat man lange nicht mehr im Kino gesehen!
So macht es sich Carl also mit Kurs auf Südamerika im Sessel am Steuer seines "Lufthauses" bequem - und es klopft! Zaghaft, aber bestimmt. Es ist der kleine dicke Pfadfinder Russell, der den schwerhörigen Rentner aufgrund seiner aufdringlichen Bitte ihm beim Erringen der Medaille "wir helfen den Senioren" zuvor genervt hatte und just in dem Moment auf die Veranda trat, als das Haus abhob. Carl ist im Grunde gutherzig, fürchtet aber wegen des hyperaktiven Kindes um den Erfolg seiner Reise.
Dabei ist Russell offenkundig sein jüngeres alter ego - und deswegen funktioniert das ungleiche Duo trotz aller Widrigkeiten. Denn nach der erfolgreichen Landung, die sie tatsächlich an den Zielort geführt hat, stecken sie am Rande eines Abgrundes im Dilemma: zum Haus hochklettern können sie aufgrund ihrer jeweiligen Kräfte nicht mehr und müssen es daher so lange mit sich herumziehen, bis sie bei den Wasserfällen angelangt sind.
Doch bis dahin schließt sich ihnen der kunterbunte flugunfähige Riesenvogel Kevin und ein dank Dolmetscherhalsband sprechender, naiver Golden Retriever namens Dug an. Doch wer macht Jagd auf den Riesenvogel und hat eine Armee sprechender Kampfhund abgerichtet? Carl und Russell erwartet eine böse Überraschung, wobei am Ende - wie immer im Märchen - das Gute siegt und das Böse verzagen wird. Aber schön und dramatisch mit etlichen Anspielungen (u.a. "Hindenburg", "Hu Wang Fu", "Die vergessene Welt") erzählt ist es allemal.
Der Kurzfilm "Teilweise wolkig" über einen gestressten Storch, der es allmählich leid wird von einer Wolke immer die gefährlichsten Babys (Krokodil, Hai, Stachelschwein) zur Auslieferung "geformt" zu bekommen, atmet den Geist jener herrlichen "Silly Simphonies" der golden Walt Disney-Ära. "Dugs Sondereinsatz" ist die Erklärungsnebenstory aus der Perspektive des Hundes, die daher nicht ganz in den Film gepasst hat. Der animierte Storyboard-Überblick über die alternativen Enden erklärt gut dessen nachvollziehbaren Ersatz.
Fazit:
Während es in vielen anderen computeranimierten Filmen in erster Linie um die Superlative von Texturen und Dynamik zu gehen scheint, ging es Pixar immer mehr um die Qualität einer Geschichte. Diese Brücke zwischen den Generationen zu schlagen, ist ihnen mit "Oben" [2] gelungen. Die Technikfreaks werden die Umsetzung des Farbenspiels und der ohnehin phantastischen Fauna und Flora der Tapuis lieben, wie es auch in dem ironischen Feature "Das Abenteuer wartet" veranschaulicht wird. Bild- und tontechnisch gut, mit einer adäquaten Ausstattung kann man diese DVD für's Heimkino im Sinne der Familie uneingeschränkt empfehlen. Bei den Golden Globes schlug er gar den ebenbürtigen "Coraline" [3]. (kh [4])
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1849, 1868, 1519, 1437, 1259, 1182, 923, 760
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