Georg Friedrich Händel und Gehirnchirurgie
Selten hat ein Schauspieler so wenig aus einem Oscar-Gewinn machen dürfen, wie Cuba Gooding Jr. Nachdem er die goldene Statue für sein Mitwirken bei "Jerry Maguire" bekam, hielten sich tolle Rollenangebote in Grenzen. Gooding Jr. fiel nur noch dadurch auf, in manchmal guten, teils aber auch schlimmen Komödien mitzuspielen. Dabei ist der gute Cuba ein Sympath durch und durch. In dem TV-Film "Gifted Hands – Die Ben Carson Story" kann er endlich mal wieder in einem Film mit Anspruch glänzen.
Begnadete Hände - Die Ben Carson Story USA 2009 |
| Veröffentlichung: 14. Januar 2010 |
| Regie: Thomas Carter |
| mit: Cuba Gooding Jr., Kimberly Elise, Jaishon Fisher, Gus Hoffmann, Aunjanue Ellis u.a. |
| "Nochmal"-Faktor: hoch |
| Unsere Wertung: 91% |
| FSK: 12 |
| Laufzeit: ca. 87 Minuten |
| Sprachen und Tonformate: Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch (alle Dolby Digital 5.1) |
| Bildformat: 16:9 - 1.77:1 |
| Untertitel: Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Griechisch, Hindi, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Türkisch |
| Extras: Behind the scenes of Gifted HandsTriumph and Inspiration: The Journey of Dr. Ben Carson |
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Cuba Gooding Jr. ("Boyz 'n the Hood" [1], "End Game" [2]) spielt in dem Emmy-prämierten Film die Rolle des Gehirnchirurgen Ben Carson. Der Arzt wuchs unter schwierigen Bedingungen in den 60er Jahren mit Mutter und Bruder auf. Die depressive Mutter vermittelte ihren Söhnen immer wieder, dass sie klug seien, auch wenn die Schulnoten anderes aussagten. Sie ermutigte ihre Kinder, Bücher zu lesen und weniger fern zu sehen. Und sie begeisterte den kleinen Ben schon sehr früh für klassische Musik.
Nach und nach kann Ben auch in der Schule durch glänzende Noten beweisen, dass er ein kluger Kopf ist. Als einziges schwarzes Kind in einer rein weißen Schule schließt er als Klassenbester ab. Die wenigen Neider lassen daraufhin ihrem Rassedenken freien Lauf, was aber auch bei den Eltern seiner weißen Mitschüler eher für Befremden sorgt. In der High School ist er dann auf einer rein schwarzen Schule. Und meint, dort eher akzeptiert zu werden. Doch dort ist er schnell der Außenseiter und Streber. Er kann dies aber durch patentes Auftreten wettmachen. Wenn da nur nicht diese latente Aggressivität wäre, die in ihm schlummert und von Zeit zu Zeit ausbricht.
Nach erfolgreicher Schullaufbahn und ebenso gelungenem Medizinstudium heuert er beim Johns Hopkins Hospital in Baltimore, Maryland an. Die Gehirnchirurgie hat es ihm angetan. Schnell avanciert er mit spektakulären Ideen und neuen Operationsmethoden zur Koryphäe in dem Bereich der Neurochirurgie. Bis er dann in den 80er Jahren seinen schwierigsten Fall bekommt: Ein Paar aus Deutschland ist extra in die USA gereist, damit Ben Carson ihre am Kopf zusammengewachsenen Kinder per OP trennt. Carson scheint vor einer unlösbaren Aufgabe zu stehen. Egal, welchen Weg er auch einschlagen wird, bezweifelt er, dass beide Kinder die Operation überleben.
Der Film beschreibt das Leben des Arztes Ben Carson. Regisseur Thomas Carter tat gut daran, keine Details dazu zu erfinden, denn das Leben des Arztes ist schon spannend genug. Der Film ist spannend, traurig, melancholisch, hoffnungsvoll und dramatisch. Untermalt wird dies durch einen tollen klassischen Soundtrack. Und Cuba Gooding Jr. spielt den Ben Carson sehr ruhig und niemals abgehoben. Goodings Jr.'s Performance wirkt sehr sympathisch. Und wenn man im Bonusmaterial den echten Ben Carson sieht, dann merkt der Zuschauer, dass die Darstellung genau zutrifft. Denn Ben Carson ist tatsächlich ein sehr bescheidener, sympathischer Mensch, der nicht meint, von Gott mit größerem Talent gesegnet worden zu sein, sondern nur mit der Gabe, in seinem Beruf alles zu geben.
Leider läuft der Film nur knappe 90 Minuten, weswegen manche Passagen etwas gehetzt wirken. Das enge Korsett einer TV-Produktion ließ wohl Regisseur Carter nicht mehr Spielraum. Trotzdem ist "Gifted Hands" von vorne bis hinten sehenswert. Die Ausstattung des Films tut dazu sein übriges. Die 60er bis 80er Jahre sind authentisch dargestellt. Es ist eine schöne Zeitreise durch drei Jahrzehnte.
In den Extras erfährt der Zuschauer sehr viel über den realen Ben Carson. Der Arzt tritt im Film sogar in einer Cameo-Rolle auf und war bei den Dreharbeiten ständig zugegen. Cuba Gooding Jr. erklärt glaubhaft, dass er sehr angespannt und ehrfürchtig gewesen sei, wenn ihm Carson bei der Arbeit zusah. Das ist genau das, was man bei einer Biographie sehen will, nämlich die reale Person, um die es 90 Minuten ging.
Fazit
"Gifted Hands – Die Ben Carson Story" ist absolut sehenswert – nicht nur für Medizinstudenten. Die Art, wie Ben Carson arbeitet, erinnert sehr an Dr. House. Wer die Serie mag, wird den Film auch gerne sehen. Da aber das ganze Leben gezeigt wird, werden Fans von Biopics ebenso begeistert sein. (DvB [3])
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