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Pastewka - Die 5. Staffel

Beiträge / Komödie
geschrieben von klaus_h am 20.05.2011, 00:00 Uhr

"Weißte - manchmal frage ich mich wirklich..."

Umschlag-Cover "Weißte - manchmal frage ich mich wirklich...", setzt eine meiner Lieblingsfiguren der deutschen Comedy immer dann an, wenn ihr die Argumente ausgehen und die Stille immer peinlicher wird: "Pastewka" [1], hinter dem in einer wunderbaren selbstironischen Parodie der Komiker Bastian Pastewka selbst steckt. Dabei spielt er uns vor, sich quasi selbst in seiner Funktion als Comedian zu spielen. Mit all den Macken eines neurotischen Opportunisten, der zwar stets seinen eigenen Vorteil im Auge hat, aber aufgrund seiner prinzipiellen Gutherzigkeit doch das Gemeinwohl bewirkt.

Pastewka - Die 5. Staffel
D - 2011
Veröffentlichung: 11.03.2011
Regie: Joseph Orr, Jan Markus Linhof
Darsteller: Bastian Pastewka, Sonsee Neu, Mathias Matschke, Christina Do Rego, Bettina Lamprecht, Sabine Vitula, Dietrich Hollinderbäumer, Hugo Egon Balder, Wigald Boning, Bernd das Brot, Charlotte Engelhardt, Anette Frier, Olvier Kalkofe, Michael Kessler, Bill Mockridge, Markus Maria Profitlich, Claus Vindson, Roger Willemsen, Mathias Opdenhövel u.a.
"Nochmal"-Faktor: sehr hoch
Unsere Wertung: 92 %
FSK: 12
Laufzeit: 420 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 16:9, (4:3 bei manchen Extras)
Untertitel: Fehlanzeige
Extras: • Outtakes
• Making of
• Easter Egg
• Bei den Schwiegerelter
• Drei Tage mit Bernd das Brot
• Das Pastewka Fan-Quiz
• Bastians Hommage an den 1. FC Köln
• Bastewka live
• "Alle gegen Ed" - die ganze Folge
• Bastian als "Ottmar Zittlau" im Baumarkt
• Bastian bei "TV total" am 1.12.2010
• "Ladykracher" Staffel 6, Folge 1
Dabei spielt der unsportlich-moppelige Comedian mit dem treuherzigen Augenaufschlags und der Eloquenz eines Neuzeit-Medien Nerds sämtliche seiner Stärken und Schwächen gegen seine eigene Kunstfigur aus. Er "ist" der letztlich sympathische Antiheld, mit dem man trotz seiner eigentlich fiesen bis feigen Tricks mitleidet, aber über dessen Missgeschick man dennoch lachen mag. Andererseits hat er es aber nicht wirklich leicht.

Beispiel Denn Dauerfreundin Anne (Sonsee Neu), bei der man sich immer fragt, was sie eigentlich an diesem Typen findet, aber auch selbst dank ihrer egoistischen Spitzfindigkeiten nicht wirklich die Traumpartnerin, stellt ihn in der Realität permanent in Frage - als ob er sich nicht selbst ständig ein Bein stellen wollte. Hinzu kommt Bastians Intimfeindin Frau Brock (Bettina Lamprecht, "Switch"), eine ebenso besserwisserische Langzeitstudentin, die mit seinem Bruder Hagen (Matthias Matschke, "Ladykracher") liiert ist und im selben Haus wohnt, und Hagens gerade volljährig gewordener Tochter Kim, die mit ihrer Aufsässigkeit gerne die Unfähigkeit ihres Onkels zur Schau stellt.

In # 1 "Das Angebot" soll nun Pastewka ausgerechnet Svenja Bruck einen Job bei Hugo Egon Balder beschaffen, der allerdings nur eine Haushälterin sucht. Emmanze Bruck beim Tutti-Frutti-Balder? Das kann sich eigentlich niemand vorstellen - aber zum Entsetzen Annes und Bastians verliebt sich Balder tatsächlich in Svenja und macht ihr ein "unmoralisches Angebot". Hobby-Intrigant Pastewka findet angetrieben von Anne einen einfachen wie genialen Ausweg...

Beispiel In dieser Episode spielt auch Balder genial mit all jenen Klischees, die seine eigene Person umgeben und darf auch zeigen, dass er recht gut Schlagzeug spielen kann. Bettina Lamprecht ist ohnehin eine ganz große Komödiantin, die blitzschnell umschalten kann und Pastewkas Einstiegsnummer mit dem Handtuchtanz zu "She works hard for her money" ist ein echter Hingucker geworden.

# 5 "Das Brot" zeigt uns - Spoiler-Alarm - die schädlichen Wirkungen von Frau Brucks Hanf-Shampoo in Verbindung mit Bastians exzessivem Genuss von Vitamin-E-Tabletten: Plötzlich hat er Visionen, in denen das permanent depressive "Bernd das Brot" sich regulierend in sein Leben einmischt. Urkomisch und mit einer herrlich absurden Wendung zum Schluss. Auch sehr typisch ist Episode 6 "Der Marathon" geworden, in der sich Pastewka mit einer vorgetäuschten Verletzung davor drücken möchte, aber auch daran scheitert. Doch letztlich lacht er - wie so oft - zuletzt. Und das macht schließlich den Charme seiner 21-minütigen Geschichten aus.

Beispiel Die Bildqualität ist blitzsauber mit strahlenden Farben, die Tonqualität fällt hingegen etwas ab, ist aber auch bei derartigen Produktionen nicht das Wichtigste. Die darstellerische Leistung aller Beteiligten (u.a. Wigald Boning "RTL Samstag Nacht" [2], Anette Frier, "Schillerstraße" [3]) ist bestechend. Die Extras lassen wirklich kaum einen Wunsch aus, wobei die Stärken nicht bei den Outtakes liegen, sondern z.B. in den Rahmenberichten sowie den Schmankerln. Ottmar Zittlau als Chaosbote auf der Suche nach der "Schpringbrunnenabteilung" ist beste Comedy zwischen Hallervordern, Tati, "Familie Heinz Becker" [4] und Mr. Bean.

Fazit:
Deutsche Comedy zum Vorzeigen. Brainpool zeigt zudem, wie man so etwas platzsparend verpackt, ein anständiges Booklet produziert und mit fast überreichen Extras ausstattet. Da Pastewka im wirklich Leben jedoch eine ebenso ausufernde DVD-Sammlung besitzt wie jeder DVDmaniac, hätte mich alles andere auch gewundert. (kh [5])


2759, 2316, 2176, 1824, 1495, 1736, 1590, 1557, 1471, 1353, 1347, 1286, 1184, 1107

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