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Lost in Translation

Beiträge / Romantisch
geschrieben von Aleks_A am 04.08.2004, 00:00 Uhr

Love, interrupted

CoverManchmal... Manchmal ist man so knapp davor, etwas anzufangen, und es passiert trotzdem nichts. Manchmal... Manchmal findet man eben nicht den "richtigen" Moment, traut sich nicht nicht im "richtigen" Moment den ersten Schritt zu machen, oder sagt aus Torheit etwas, was die Stimmung unwiederbringlich kaputt macht.

Manchmal sitzt man im Hotelzimmer in Tokyo und fragt sich "Was mache ich hier?", was nicht unbedingt auf Tokyo gemünzt ist, sondern eher auf das eigene Leben.

Lost in Translation
USA 2003
Veröffentlichung: 05.08.04
Regie: Sofia Coppola
mit: Bill Murray, Scarlett Johansson, Giovanni Ribisi u.a.
"Nochmal"-Faktor: Mittel. Romantisch und sanft lustig der Film, eher uninteressant die Extras
Unsere Wertung: 80%
FSK: ab 6
Laufzeit: ca 98 Minuten
Sprachen und Tonformate: Deutsch und Englisch DD 5.1
Bildformat: 1,85:1 (16:9)
Untertitel: Deutsch
Extras: Musikvideo
Deleted Scenes
Interview mit Sofia Coppola und Bill Murray
Biografien
Making Of
Blick hinter die Kulissen
"Matthews Best Hit"
Presseinterviews
So ergeht es Bob Harris und Charlotte. Bob ist ein Schauspieler, der für dicke 2 Millionen Dollar in Tokyo eine Werbekampagne für Suntory Whisky macht. Über seine Karriere erfahren wir wenig - vielleicht ist er nicht mehr so erfolgreich.

BeispielÜber sein inneres Leben erfahren wir umso mehr. Seine Beziehung (verheiratet, zwei Kinder) verdient den Namen nicht, er ist auch persönlich aus dem Lot und fragt sich, ob er tatsächlich das leben so lebt, wie er es sich gewünscht hat. Dabei trifft er auf Charlotte.

Charlotte ist etwa zwanzig Jahre jünger als Bob, hat gerade ihr Philosophie Studium abgeschlossen und hat keine Ahnung, wohin ihre persönliche Reise geht. Sie begleitet ihren Mann, der grosse Fotoshootings in Japan macht, und wenig Zeit für sie hat. Auch sie fragt sich, was sie zum Henker am "anderen Ende der Welt" macht, und auch wenn sie hier und da ausgeht, so ist das Hotelzimmer der wichtigste Rückzugsort. Dabei trifft sie auf Bob.

Beide können nicht schlafen und treffen sich nach flüchtigem Blickaustauch in der Hotelbar. Nach und nach merken sie, dass sie in ihrer Einsamkeit und existenzielle Situation was Gemeinsames haben, an das sie sich festklammern und vielleicht hochziehen können. Doch Bob ist nur eine Woche in Tokyo - wird's noch was mit den beiden?

Beispiel"Die Komödie des Jahres" las ich bei irgend einer Publikation. Hm. Nein, eine Komödie ist der Film nicht. Dafür sinddie Schmunzler zu subtil und spärlich, der Humor zu bitter. Klar schiesst Bill Murray ("The Limits of Control" [1]) scharf mit seinen Sprüchen, aber das hier ist (gottlob) kein "Täglich grüsst das Murmeltier" oder ein "Ghostbusters". Der Film hier ist in Humor und Athmosphäre eher zu vergleichen mit "Pieces of April [2]". Leise, subtil und auf leichten Füssen entwickelt sich hier wie da die Geschichte. Eine Geschichte über Liebe und Einsamkeit. Darüber, wie man die eigenen Zeit im Kleinen wie im Grossen fühlt und worauf man sich einlässt. Dass die Geschichte in Japan stattfindet ist m.E. nur ein Weg, die Einsamkeit der beiden Protagonisten zu unterstützen. D.h. sie langweilen sich nicht WEIL sie in Japan sind, sondern weil sie sich einsam und verloren fühlen. Sie langweilen sich

Dabei nervte mich in diesem Film die unruhige Kamera. Gewollt unruhig, denn es gibt Szenen mit ruhiger Kamerahand. Trotzdem nervig. Auch Scarlett Johansson spielt m.E. nicht in der Oberliga, in der sich Bill Murray den ganzen Film lang befindet. Aber das ist gerade in diesem Film besonders schwierig.

BeispielMit den Extras auf der DVD konnte ich wenig anfangen. Die "deleted scenes" werden ohne jeglichen Kommentar präsentiert, das "making of" ist mit subjektiver Kamera hergestellt und erklärt nicht Film zum "Making". Nur das Interview mit Sofia Coppola ("Marie Antoinette" [3]) und Bill Murray bietet Einsicht in die Hintergründe der Herstellung des Fllms. Einen Kommentar gibt es leider nicht. Die Presseinterviews sind das übliche dreschen von Phrasen - ausser beim Presseinterview Sofia Coppolas, dem ich tatsächlich etwas abgewinnen konnte. Eine lobende Erwähnung erhält das Booklet zur DVD, denn hier sind Informationen zu vielen der Beteiligten zu lesen.
Insgesamt ist der Film genau so gut wie "Pieces of April", die DVD jedoch nicht. Dass englischsprachige Untertitel fehlen und die Übersetzung in den deutschprachigen erhebliche Fehler aufweist ist ein weiteres Manko in einer DVD (wobei sowas zum Titel des Filmes passt...), die dem Film nicht gerecht wird. Schade, der Film hätte eine bessere DVD verdient. (aks [4])

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