Über den Dächern von Istanbul
Elizabeth Lipp (Melina Mercouri) hat einen Traum: Sie möchte in den Besitz eines wertvollen Dolches gelangen, der im Topkapi-Palast in Istanbul gut bewacht wird. Dafür sichert sie sich die Dienste von Walter Harper (Maximilian Schell), der ein Team zusammen stellt um das Unmögliche zu schaffen.
Topkapi USA 1964 |
| Veröffentlichung: 05.10.2004 |
| Regie: Jules Dassin |
| mit: Melina Mercouri, Peter Ustinov [1], Maximilian Schell, Robert Morley, Jess Hahn, Joseph Dassin u.a. |
| "Nochmal"-Faktor: mittel bis hoch |
| Unsere Wertung: 75% |
| FSK: ab 12 |
| Laufzeit: ca. 115 Min. |
| Sprachen und Tonformate: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch & Spanisch - alles mono |
| Bildformat: 16:9 (1,66:1) |
| Untertitel: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch, Schwedisch & Griechisch |
| Extras: keine |
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So beginnt ein Klassiker des Einbruchsfilms mit hochkarätiger Besetzung und einem Regisseur, der schon bei Riffifi gezeigt hat, wie man einen Einbruch spannend in Szene setzen kann. Bei Topkapi [2] legt Jules Dassin noch einen drauf. Und inspirierte so unter anderem Bruce Geller zur Entwicklung der Fernsehserie "Mission Impossible".
Zurück zum Film: Das Wichtigste Kriterium für die Zusammenstellung der Bande ist, dass keiner vorher mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. So werden der Muskelprotz Hans, die "menschliche Fliege" Giulio sowie der Tüftler Cedric Page angeworben. Vor allem Robert Morley ("Mr. Miller ist kein Killer" [3]) in der Rolle des Mr. Page als typisch britischer Gentleman begeistert mich immer wieder. Zum einen wegen seines tollen Mimenspiels, aber auch, weil die deutsche Synchronstimme einfach perfekt zu ihm passt. Natürlich geht dann der schöne britische Akzent flöten. So haben beide Versionen ihren Charme.
Das Problem der Gauner ist, dass ein paar Waffen und andere Utensilien unbemerkt in die Türkei geschmuggelt werden müssen. Auftritt Arthur Simpson, wunderbar dargestellt von Peter Ustinov. Dieser glücklose Kleingauner wird als ahnungsloser Gehilfe beauftragt, das präparierte Auto über die Grenze zu bringen. Doch der Plan geht schief, denn an der Grenze wird Simpson aufgehalten und sein Auto durchsucht. Er wird vor die Wahl gestellt: Entweder landet er im Gefängnis oder er spioniert bei seinen Auftraggebern, um hinter deren Pläne zu kommen. Aufgrund der gefundenen Waffen vermutet der türkische Geheimdienst einen Anschlag.
Widerwillig willigt Simpson ein und er kann sich tatsächlich unter einem Vorwand in die Gruppe einschleichen. Allerdings wird er natürlich nicht in den Plan eingeweiht. Überraschend findet er in der Villa, wo man sich einquartiert hat, in dem Koch Gerven einen Komplizen. Der ist zwar nicht wirklich hilfreich, aber trotz - oder wegen - seines hohen Alkoholkonsums umso begeisterter dabei. Nach und nach macht Simpson kleine Fortschritte bei seinen Ermittlungen, doch dann ändert sich die Sachlage völlig und die Umsetzung des Plans steht auf der Kippe. Und so findet sich Simpson plötzlich auf dem Dach des Museums wieder. Und nicht nur seine Höhenangst steht dem Erfolg des Planes im Wege.
Topkapi ist ein wirklich gelungener Film (basiert auf einem Roman von Eric Ambler), der von vorne bis hinten gefällt. Einzig Melina Mercouri als "Femme Fatale" hat mich persönlich nicht überzeugt. Ihr Spiel wirkte oft ein wenig übertrieben, fast chargierend. Aber das ändert nichst an dem guten Gesamteindruck. Die Planung und die Umsetzung des gewagten Coups sind Reggisseur Dassin gut gelungen. Dabei ist Topkapi nicht so düster und realistisch wie Rififi, sondern eher ein bunter, fröhlicher und spannender Abenteuerfilm. Das "Lexikon des internationalen Films" nennt Topkapi "unterhaltsame Mischung aus Kriminalkomödie und Selbstpersiflage".
Zum Gelingen des Ganzen trägt auch die toll eingefangene Atmosphäre von Istanbul bei. Auch wenn die Bilder schon 40 Jahre auf dem Buckel haben, machen Sie dem Zuschauer einen kleinen Trip an den Bosporus durchaus schmackhaft. Und natürlich die exquisite Leistung der Darsteller, allen voran Peter Ustinov. Selbst wer ihn nicht mag müsste nach diesem Film zu einem Fan von ihm werden. Schade, dass er nicht mehr unter uns weilt; sein gewitzter Charme und seine positive Ausstrahlung haben mich immer sehr beeindruckt. (svl [4])
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