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Hotel Heidelberg

Beiträge / Drama
geschrieben von klaus_h am 30.10.2017, 00:00 Uhr

Heimeliges Heile-Welt-Menscheln

Umschlag-Cover Theaterstücke, Operetten oder Filme bzw. Serien betreffend der Gastronomie oder Reisen hat es immer gegeben. Spontan fallen einem "Pension Schöller", "Im weißen Rössl" und "Das Hotel am Wörthersee" ein. Funktioniert hat das Erfolgsrezept - man würfle eine sympathische Stammbesetzung mit wechselnden bekannten Gastdarstellern sowie Liebe, Herzschmerz und etwas Konflikten zusammen - über die Jahrzehnte hinweg. Doch mit dem allmählichen Wegbrechen der Ü70-Generation und selbst dem Untergang des "Traumschiffs" von Erfolgsproduzent Wolfgang Rademacher wurde es stiller um diesen Klassiker des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens. Doch das "Hotel Heidelberg" versucht es erneut: u.a. mit den bekannten und beliebten Darstellern Ulrike C. Tscharre, Hannelore Hoger, Christoph Maria Herbst.

Hotel Heidelberg
D - 2016
Veröffentlichung: 20.04.17
Regie: Michael Rowitz, Martin Rauhaus
Darsteller: Ulrike C. Tscharre, Hannelore Hoger, Christoph Maria Herbst, Rüdiger Vogler, David Nolden, Stephan rossmann, Nele Kiper Bran van der Vlugt, Dagmar Sachse u.a.
"Nochmal"-Faktor: kommt ganz auf das Publikum und die Besetzung an
Unsere Wertung: 60 %
FSK: 12
Laufzeit: 180 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 2.0
Bildformat: 16:9, 1,78:1
Untertitel: Fehlanzeige
Extras: Fehlanzeige
Die alleinerziehnede Annette Kramer (Ulrike C. Tscharre, "Lindenstraße" [1]) in nach dem chaotischen Quasi-Aus ihrer Mutter nun Juniochefin des wunderschönen, am Neckar gelegenen "Hotel Heidelberg". Ihre Mutter Hermine (Hannelore Hoger, "Rossini", "Bela Block") dachte zu lange mit ihrer Alt-68er-Attitüde und Spielleidenschaft das Hotel aus den roten Zahlen zu manövrieren, ritt es stattdessen nun mehr in den Sumpf hinein. Zu allem Übel möchte nun der windige Kreditinstitutchef nun sich das Hotel allein wegen des Grundstücks selbst unter den Nagel reißen. Hilfe verspricht zunächst ihr Bruder, der im nahen Frankfurt eine erfolgversprechende Karriere als Investmentbanker gemacht hat. Seine Ratschläge sind zwar gut, nur hat er selbst alle eigenen Investitionen verspielt ...

Beispiel Außerdem erleidet beider Vater, ein angesehener Philosophieprofessor einen Schlaganfall und ist nun auf die Hilfe aller angewiesen. Während Annette weiterhin von ihrer sich zurückgesetzt gefühlten Mutter Störmanöver erleiden muss, naht die Hilfe ungeahnt in ihrem Therapeuten Ingolf (Christoph Maria Herbst, "Wo ist Fred?" [2], "HUI BUH - Das Schlossgespenst" [3], "Wickie und die starken Männer" [4], "Mara und der Feuerbringer" [5], "Er ist wieder da" [6]) und einem alten niederländischen Stammgast (Bram von der Vlugt), der zunächst nach dem Tod seiner Frau lebensmüde, von den Eltern Kramer und Annette von seinem Vorhaben abgebracht wird und nun aus Dankbarkeit ihnen eine kostbare Uhr spendet ...

Ja, auch wenn es dank Herbst und Tscharre angenehm anzusehen ist, raschelt in den Dialogen und der Story allzu oft das Papier, Wendungen und Auflösungen entsprechen entweder altbekannten Klischees oder sind buchstäblich an den Haaren herbeigezogen. Ausstattung und Inszenierung ist solide. Das ältere Publikum wird jedoch erwartungsgemäß die betuhliche Darstellung und das übersichtliche Rollenspektrum lieben. Ärgerlich sind jedoch absolute Fehlbesetzungen wie Dagmar Sachse ("Meuchelbeck") als englische Köchin mit einem undenkbaren englischen Akzent! Hat man die erste Episode "Kramer gegen Kramer" (!) gesehen, ahnt man bereits das Schema der nächsten Folge "Kommen und Gehen".

Beispiel Fazit:
"Hotel Heidelberg" ist in der heutigen Fernsehlandschaft ein regelrechter Dinosaurier: Behäbig, ausgewalzt und unzeitgemäß. Aber damit gut aufgehoben neben Produktionen wie "Rote Rosen" oder "Sturm der Liebe", die gewiss nichts mit dem Kulturauftrag bei ARD und ZDF zu tun haben. Schade, es sind eigentlich viele gute Darsteller bei der Serie, die bessere und vor allen Dingen realistischere Drehbücher verdient hätten. (kh [7])

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