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Abenteuer
Die fast vergessene Welt
geschrieben von maqz am 17. Feb 2010
...kann man ganz vergessen!
Man nehme eine Fernsehserie aus den 70ern ("Im Land der Saurier" = "Land of the Lost"), die wohl beim amerikanischen Publikum einen gewissen Kultstatus genießt, einen Hollywood-Komiker wie Will Ferrell ("Ricky Bobby", "Verliebt in eine Hexe", "Winter Passing"), der schon lange keine wirklichen Kassenschlager hatte, Leonard -Mr. Spock- Nimoy als Stimme für einen Plastik-Akteur sowie eine Schar eher uninspirierender Schauspieler und erhält (welch Wunder) eine halbgaare Persiflage mit sage und schreibe sieben Nominierungen für Goldene Himbeeren (darunter auch "Schlechtester Film"). Und dann muss ich mir von meiner Freundin sagen lassen: "Oochh, der war doch lustig!" Na was denn nu'?
Die fast vergessene Welt USA 2009
Veröffentlichung: 04.02.2010
Regie: Brad Silberling
mit: Will Ferrell, Anna Friel, Danny R. McBride, Jorma Taccone, u.a.
"Nochmal"-Faktor: Niedrig
Unsere Wertung: 10%
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 102 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch, Ungarisch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Extras: Unveröffentlichte Szenen
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Filmkommentare vom Regisseur Brad Silberling
Ok, ich will mal nicht ungerecht sein und zugeben, dass die ein oder andere Szene in diesem abstrusen Ulk-Film nicht ganz humorlos waren. Doch der Knackpunkt bei mir wurde nie erreicht. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass mir die US-Vorlage fast gänzlich unbekannt war und zugegebenermaßen auch uninteressant erscheint. Das ich z.B. Remakes alter Serien nicht ablehne, sehe ich an meiner Begeisterung für z.B. die Addams-Family, von der dieses Machwerk Äonen entfernt ist. Schön und gut, wenn eingefleischte Will-Ferrell-Fans wieder einmal auf ihre Kosten kommen, doch das Niveau ist schon ziemlich auf einen Tiefpunkt angekommen.
Fäkalhumor vom Primitivsten, gepaart mit einer Reihe von Anti-Witzen, die nicht wirklich zünden. Schon höre ich wieder meine Freundin in meinem Hinterkopf mahnen, die mich an den "schrägen Humor" und diverse schön anzusehende "Film-Zitate" erinnert. Ja, der Streifen wirkt sowie ein offensichtliches Spaß-Projekt ohne wirklichen Gewinnabsicht (ungefähr so wie "Burn after Reading" nur ohne die ganzen Stars, oder wie ein "Wayne's World" nur ohne Musik und vor allem ohne Kult). F: (im Folgenden "F" für "Freundin") Jaja nicht nur im Hinterkopf, aber Moment! Der Wayne's World-Kult basiert auf der Musik -> Unter diesem Aspekt kannst du nur polemisch sein. "Die fast vergessene Welt" ist einfach ein ambitioniertes Buddies-Movie, wo es inzwischen einfach zu viele von gibt. Auch Schmarrn muss besonders sein, das gebe ich zu, aber dafür gibt es einfach schon zuviel Schmarrn-Schmarrn.
Freunde von Abenteuerfilmen á la Jurassic-Park (oder eben doch Lost World) werden eventuell die ein oder andere Freude an dem Film finden und die Besoffenen! F: Moment! Besoffen war ich nicht. Du etwa?
Inhaltlich muss man sich auf Folgendes gefasst machen (wobei die Handlung eigentlich keine große Rolle spielt und der Film mehr als weniger eine plumpe Gag-Nummern-Revue darstellt:
Der erfolglose Wissenschaftler Dr. Rick Marshall (Will Ferrell), die neunmalkluge Forschungsassistentin Holly (Anna Friel) und der hinterwäldlerische Outdoor-Freak Will (Danny McBride) werden völlig unverhofft in ein Alternativ-Universum geschleudert, das mit gefräßigen Dinosauriern und anderen fantastischen Kreaturen nur so vollgestopft ist. Im Kampf ums Überleben gegen den gar nicht so unterbelichteten T-Rex Grumpy und belauert von fürchterlich lahmen Einhorn-Reptilien (den sogenannten "Sleestaks") versuchen die drei mit Hilfe ihre bepelzten und einzigen Verbündeten dem Höhlenjungen Chaka (Jorman Taccone) aus der Zwischendimension zu entkommen.
Dagegen hat in diesem Fall der fiese Enik etwas einzuwenden. (Glubschäugigen Echsenwesen in Togas kann man einfach nicht trauen!). Oder treibt etwa Zarn (der mit der Mr.Spock-Stimme!) ein falsches Spiel? So müssen die Dimensionsreisenden neben Ihrem Rückweg in die reale Welt auch noch diesselbe vor dem Untergang retten...
Auch wenn sich dieser laute und vorwiegend leere Film bei der Bild- und Tonqualität nicht verstecken muss, und die skurrilen Szenarien den ein oder anderen Blick und vereinzelten Lacher wert sind UND auch die Bonusmaterialien nicht den üblichen fürchterlichen Regisseur-Lobhudeleien entsprechen (ihnen also ein gewisser Charme anhaftet), so sollte man "Die fast vergessene Welt" nicht "fast" sondern besser "ganz" vergessen. Bei mir persönlich stand der Film ganz knapp vor der ärgerlichen Einordnung in die Zeitverschwendungs-Schublade. Nur das beherzte Eingreifen meiner Freundin ließ ihn dann in die "Einmal-reicht-vollkommen-Kiste fallen". F: Ach komm, trink doch einfach was und dann kuck nochmal. War doch bei der Rocky-Horror-Picture-Show genauso...
Fazit
Belangloser Fäkalhumor, der auch mit Will Ferrell nicht besser wird. (mg)
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