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Thriller
 The Box
geschrieben von AngrySmiley am 04. Mar 2010

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CoverEine Million Dollar. Für die meisten Menschen ist das eine beachtliche Menge und nur die Wenigsten von uns werden soviel Geld auf einmal in ihren Händen halten. Was würde man nicht alles dafür tun, um eine Million Dollar zu bekommen. Die Familie in "The Box" müsste bloß einen Knopf drücken und bekäme dafür eine Million... aber durch den Knopfdruck stirbt auch ein Mensch.

The Box
USA 2009
Veröffentlichung: 12.02.2010
Regie: Richard Kelly
mit: Cameron Diaz, James Marsden, Frank Langella u.a.
"Nochmal"-Faktor: mittel (mindestens noch einmal, um herauszufinden worum es eigentlich geht)
Unsere Wertung: 80%
FSK: ab 16
Laufzeit: ca 110 Min.
Sprachen und Tonformate: DD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 2.40:1 in 16:9
Untertitel: Deutsch
Extras:
  • Die Entstehung von "The Box"
  • Richard Matheson - mit seinen eigenen Worten
  • Die Entstehung der Spezialeffekte
  • Die Vorgeschichte
  • Interviews
  • Darstellerinfos
  • 1976 in den USA. Arthur und Norma sind glücklich verheiratet und wohl situiert. Er hat zwar einen Job bei der NASA und Norma ist Lehrerin an einer Privatschule, Geldprobleme plagen die Beiden aber trotzdem. Da finden sie eines Morgens ein Päckchen vor der Tür liegen. Enthalten ist eine Box mit einem Knopf. Am späten Nachmittag bekommt Norma Besuch vom gräßlich entstellten Mr. Steward (Frank Langella, "Frost/Nixon"), der ihr und ihrem Mann eine Million Dollar bietet, wenn sie den Knopf drücken. Der Knackpunkt an der Geschichte ist allerdings, dass eine Person sterben wird, wenn sie den Knopf drücken. Mr. Steward gibt ihnen 24 Stunden Zeit, sich zu entscheiden.

    Norma und ArthurHoppla. Fast wäre ich nicht über "The Box" gestolpert. Wenn ein Film Cameron Diaz ("3 Engel für Charlie - Volle Power", "Gangs of New York") und James Marsden ("X-Men", "Verwünscht") als Hauptdarsteller bietet, mache ich für gewöhnlich einen weiten Bogen darum. Die Beiden mögen zwar gut aussehen, ihr schauspielerisches Talent halte ich aber für recht begrenzt. Der Grund, weshalb ich mir "The Box" dann aber doch unbedingt ansehen wollte, war Richard Kelly. Dem Mann, der uns "Donnie Darko" schenkte, traue ich recht viel zu. Und wenn er dann noch eine Kurzgeschichte von Richard Matheson verfilmt, dessen "I am Legend" (das Buch, nicht den "Will Smith"-Film!!!) ich für eine der besten SciFi-Geschichten aller Zeiten halte, dann schaue ich mir doch gerne einen "Cameron Diaz / James Marsden"-Film an.

    Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Ausgangsituation lässt einen schon über die persönliche Entscheidung grübeln. Würde man selbst den Knopf drücken und damit das Schicksal eines Fremden besiegeln, oder würde man der Versuchung widerstehen können. Wenn ein Film solche Gedankenspiele auslöst, bin ich eigentlich schon begeistert. Das letzte Mal, dass der Zuschauer mit einer solchen moralischen Zwickmühle konfrontierte wurde, war am Ende von "Gone Baby Gone". Hier ist die Gretchenfrage allerdings nicht das Ende, sondern fast der Anfang.

    Arlington StewardFamilie Lewis wird sich nämlich entscheiden. Und diese Entscheidung wird schwerwiegende Konsequenzen haben, ganz abgesehen von dem Koffer voller Geld. Und hier fangen auch leider die Probleme des Filmes an. Einiges von dem, was ihnen widerfährt und was sie über den mysteriösen Mr. Steward erfahren werden, ist schon sehr schräg und abartig. Richard Kelly spielt offensichtlich gerne mit den Zusehern und lässt sie auch ganz gerne im Dunkeln stehen. Zwar wird (fast) alles aufgeklärt, aber sonderlich aufschlussreich ist das alles nicht. Andererseits lässt das auch viel Spielraum für persönliche Interpretationen.

    Auch wirken einige Szenen zu abgefahren. Wenn plötzlich eine ganze Gruppe Unbekannter Arthur in der Bibliothek hinterher trottet, ist das im ersten Moment zwar überraschend und sogar ein wenig Angst einflößend, wirkt aber in der nächsten Sekunde auch ein wenig lächerlich. Der zu Anfangs noch realistische Touch des Filmes geht ab der Hälfte komplett verloren. Über sonstige Geschehnisse kann man leider nichts sagen, da es einem den Spaß an dem Film nehmen würde. Je weniger man weiß, desto besser!

    Norma vor dem KnopfRichard Kelly schuf einen sehr ruhigen Film, fast schon zu ruhig. Die oft statischen Bilder erzeugen allerdings eine sehr interessante Stimmung, die von einem gelungenen Score untermalt wurde. Für den sind übrigens Mitglieder der großartigen kanadischen Rockband "The Arcade Fire" verantwortlich. Ein Soundtrack-CD gibt es leider noch keine dazu, aber sobald die veröffentlicht wird, steht sie in meinem Regal. Neben den Scores von Clint Mansell ("Requiem for a Dream"), sicher einer der besten Soundtracks der letzten Jahre. Atmosphärisch ist der Film sehr dicht, was durchaus die Spannung erhöht, wobei man hier mit dem Wort Spannung vorsichtig sein muss. Adrenalinkick ist der Film bei weitem nicht, und viele werden ihn auch als langweilig beschreiben. Wenn man allerdings ein bisschen darüber nachdenkt und sich auf die Geschichte einlässt, wird man belohnt.

    Wieso gibt es hier bloß keinen Audiokommentar? Selten habe ich mir so sehr einen Kommentar gewünscht wie hier. Ein paar Erklärungen von Richard Kelly wären Goldes wert, immerhin wirft der Film mehr Fragen auf, als er beantwortet. Zwar sind die Extras insgesamt ganz nett, aber weltbewegendes ist nicht darunter. Der Beitrag "Die Vorgeschichte" hebt sich allerdings von den anderen ab, leider aber negativ. Da wird überhaupt nichts brauchbares präsentiert. Platzverschwendung, mit einer Laufzeit von 2 Minuten kann man aber immerhin nicht von Zeitverschwendung sprechen.

    Arhur "The Box" wird man entweder lieben oder hassen. Dazwischen gibt es nicht viel. Leider vermute ich, dass die breite Masse den Film eher negativ aufnehmen wird. Kellys Film ist zu undurchschaubar, verwirrend und entspricht so gar nicht den Erwartungen die man an einen Diaz / Marsden Film hat. Dabei ist der Film unheimlich interessant und vielschichtig. Ansehen muss man ihn sich sicher noch ein oder zwei Mal und darüber nachdenken sogar noch öfter. Wirklich verstehen wird man ihn aber wohl nie.

    Noch was: In den Achtzigern wurde Mathesons Kurzgeschichte bereits als Vorlage für eine Episode der "Twilight Zone" verwendet. (sd)

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