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Action
IP Man 2-Disc Special Edition
geschrieben von DvB am 09. Mar 2010
Der Meister von Bruce Lee
Dies ist die erste Verfilmung zum Leben des Ip Man, der als Meister des sogenannten "Wing Tsun" (bzw. Wing Chun, oder Ving Tsun (V.T.) etc.) den meisten Fans dieser chinesischen Kampfkunst nur deswegen bekannt ist, weil Bruce Lee sein Schüler war. Dabei wurde dieses Martial-Arts-Biopic von Regisseur Wilson Yip so ausgewogen produziert, dass der Bruce Lee Bezug gar nicht notwendig gewesen wäre. IP Man ist eine sehenswerte Mischung aus Action und Charakterdarstellung mit dem legendären Donnie Yen (u.a. "Hero" oder "Die Sieben Schwerter") in der Hauptrolle.
IP Man 2-Disc Special Edition Volksrepublik China 2008
Veröffentlichung: 29.01.10
Regie: Wilson Yip
mit: Donnie Yen, Simon Yam, Siu-Wong Fan, Ka Tung Lam, u.a.
"Nochmal"-Faktor: Hoch - nicht nur für "Wing Tsun"-Fans
Unsere Wertung: 78%
FSK: ab 18 Jahren
Laufzeit: ca. 101 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch, kantonesisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9, (1:2,35)
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Extras: Making of, Deleted Scenes, Interview Cast & Crew, Am Set von IP MAN
Dass dieser Film schon von Anfang an visuell ein Erlebnis ist, liegt an dem so echt wirkenden Set, das das China der 30er zum Leben erweckt. Mit viel Aufwand wird aber auch die Kampfkunst in Szene gesetzt und - nicht zuletzt - beeindrucken die Akteure mit einem hochklassigen Schauspiel. Dies bedeutet erst einmal nicht, dass es sich bei Ip Man um eine vielschichtige Geistesacrobatik handelt. Der Plot ist schnell erzählt und auf den ersten Blick nicht unbedingt originell: IP Man ist ein in die Jahre gekommener berühmter Meister des "Wing Chun". Seine Frau missbilligt zwar sein ewiges Kämpfen, aber der kleinen Familie geht's gut und alles hätte so schön weiterlaufen können. Jedoch marschieren alsbald die Japaner ins Land ein und IP Man und seine Lieben müssen nun in Armut leben. Mit der Arbeit im Bergwerk kann IP Man sich und die Familie über Wasser halten. Die Japaner bieten den Chinesen einen Sack Reis, wenn sie als Trainingspartner (auch "Sandsäcke" genannt) gegen ihre Karatekämpfer antreten. Als ein Freund bei solch einem Kampf umkommt, tritt Ip Man gegen gleich 10 Japaner an. Es ist abzusehen, dass der bitterböse und Karatekamferprobte General Miura nun irgendwann im Film unweigerlich gegen IP Man antreten wird...
Selbstverständlich kommt in dieser Geschichte auch der "gute" Fabrikbesitzer vor, der von bösen Räubern drangsaliert wird. Ip Man rettet die Belegschaft, in dem er ihnen Wing Chun beibringt. Letztendlich kann selbst der Besitzer der DVD diesem Sport frönen, dank einem darin enthaltenden Gutschein für ein zweiwöchiges Probetraining (kostenfrei) in der nächsten WingTsun-Schule seiner Wahl. Und wer jetzt denkt, dass dieser Film eigentlich nur ein billiger Propagandafilm rotchinesischer Gnaden ist, der verkennt die wahre Qualität dieses Streifens.
Ok, auch ich dachte am Ende, dass die "Arbeiter und Bauern"-Propaganda schon ganz schön durchschimmert, doch wir haben es hier UNBEDINGT mit einem kurzweiligen Action-Streifen zu tun. Einfach erzählt, zugegebenermaßen, jedoch nicht schlecht gemacht. Nie kommt Langeweile auf in den rund 100 Minuten und nie ist's zu Prügel-lastig, zu politisch oder zu schnulzig. Regisseur Wilson Yip, der heuer schon am zweiten IP Man-Teil bastelt, versteht es, alle bereits erwähnten positiven Elemente des Films mit der noch nicht erwähnten angenehmen und passenden Musik des japanischen Komponisten Kenji Kawai (u.a. "Ghost in the Shell", "Avalon – Spiel um dein Leben", "Ringu") zu einer wirklich runden Geschichte zu verschmelzen.
Technisch gesehen kann man leider nur trauern. Trauern um die vergebene Chance, diese tolle Ausstattung, diese fantastisch gut gemachten Kampf-Choreografien und einige sehenswerte Landschaften/Sets in scharfe Bilder und einen bombastischen Ton zu verpacken. Zu oft gibt's Bild- und Ton-Mängel, sodass man nicht von einer ausgezeichneten technischen Qualität sprechen darf. Auch die Bonusmaterialien der Extra-DVD sind nicht unbedingt der Hit. Gut, da sind einige Behind-the-scenes-Szenen, die recht gute Einblicke verschaffen, doch die Interviews bleiben eher dröge, die Deleted Scenes wurden mit Recht geschnitten und auch die übrigen Boni begeistern nur durchschnittlich. Wo ist eine kurze Einführung in den historischen Rahmen, wo der Audiokommentar mit Donny Yen?
Insgesamt überwiegt aber der inhaltlich hochwertige Film, den ich nicht oft genug loben kann. Wie gesagt, einfach im Plot, jedoch sensationell realistisch anzusehen in den Kampfszenen (auch wenn Drahtseile bei den Stunts sicherlich eine wichtige Rolle gespielt haben) sollte IP Man in keinem Martial-Arts-DVD-Regal fehlen. Der Label FSK 18 bezieht sich auf die Darstellung der zum Teil sehr knackigen Auswirkungen überragender Kampfkunst. Doch auch hier wird nicht überrissen und auch der etwas zart beseitete Zuschauer wird nicht verstört bzw. traumatisiert aus dem Fernsehsessel aufstehen müssen. Darum ...Kaufen, weil auch noch günstig im Preis! (Ach ja, nicht vergessen möchte ich natürlich, dass IP Man auch so einiges an Film-Preisen abgesahnt hat, wenn auch mehr im asiatischen Raum.)
Fazit
Viel mehr als ein einfacher asiatischer Prügelfilm! (mg)
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"Man weiß nie genau, wo man eine Schwachstelle hat, bis man darauf gestoßen wird. Unter Stress zeigt sich auch der kleinste Makel im Charakter." Ein Offizier und Gentleman