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Thriller
 Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3
geschrieben von AngrySmiley am 10. Mar 2010

Letzte Station: Kidnapping

CoverWer denkt, dass öffentliche Verkehrsmittel eine kostengünstige und saubere Alternative zum eigenen Auto sind, wird mit "Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3" eines besseren belehrt. Die Öffis mögen ja die Umwelt schonen, aber muss man sich deswegen gleich in die Gefahr begeben gekidnappt zu werden? Nein danke... da fahr ich doch lieber mit dem Auto.

Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3
USA 2009
Veröffentlichung: 25.02.2010
Regie: Tony Scott
mit: John Travolta, Denzel Washington, John Turturro u.a.
"Nochmal"-Faktor: niedrig
Unsere Wertung: 45%
FSK: ab 16
Laufzeit: ca 102 Min.
Sprachen und Tonformate: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1)
Untertitel: Deutsch
Extras:
  • Kommentar von Regisseur Tony Scott
  • Kommentar von Drehbuchautor Brian Helgeland und Produzent Todd Black
  • Keine Zeit zu verlieren: Making of "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123"
  • "Third Rail": Das U-Bahn System von New York
  • Von oben nach unten: Charakterstilisierung
  • Das Marketing für "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123"
  • Ein paar Bewaffnete kidnappen eine New Yorker U-Bahn und verlangen zehn Millionen Dollar Lösegeld für die Geiseln. Ryder (John Travolta, "Grease"), Chef der Geiselnehmer, gibt der Stadt New York genau eine Stunde Zeit das Geld aufzutreiben, ansonsten stirbt eine Geisel nach der Anderen. Der U-Bahn Angestellte Walter Garber (Denzel Washington, "Inside Man", "Mississippi Massala") sitzt am anderen Ende der Leitung und muss mit Ryder verhandeln, da dieser es ablehnt mit der Polizei zu sprechen.

    John TravoltaDas ist alles nur ein Film. Diesen Satz sollte man sich hin und wieder vor sagen während man sich "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123" ansieht. Man sollte vielleicht auch präzisieren, dass es sich um einen Actionfilm handelt. Und wie wir alle über die Jahre lernen mussten, ist diese Art von Film zumeist etwas (nur ein gaaanz klein wenig) unrealistisch. Wenn man sich also einredet, dass es alles nur ein Film ist, dann kann man vielleicht über eine handvoll schwachsinniger Momente hinwegsehen und hat doch seinen Spaß. Denn ein Actionknaller ist Tony Scotts neuester Film allemal.

    Obwohl es eigentlich nie so richtig knallt. Die meiste Zeit wird nämlich geredet oder in Travoltas Fall, geschrien. Vielleicht der falsche Ansatz für einen Actionfilm. Das hätte man den Drehbuchautoren eventuell mal sagen sollen. Aber keine Angst, ein großer Dialogfilm ist es auch nicht geworden. Dazu gibt es zu viele schnelle Schnitte, zu laute Musik und eben doch die ein oder andere Schießerei. Die vielen schnellen Schnitte sind allerdings teilweise anstrengend und unnötig. Wo sind eigentlich die Actionfilme geblieben, die auch wirklich Action zeigen, und sie nicht bloß durch schnelles hin und her switchen andeuten? Die Schnitte zum Geldtransporter der durch New York fetzt, um das Geld auch ja pünktlich abzuliefern, sind zudem überflüssig und bringen die Story überhaupt nicht weiter. Es ist einfach zu offensichtlich, dass diese Szenen bloß hinzugefügt wurden, um mehr Laufzeit zu erhalten.

    Denzel WashingtonJohn Travolta ("Schnappt Shorty", "Born to be wild") ist ja bekanntlich ein cooler Typ mit fragwürdigen religiösen Ansichten. Seine Filmauswahl ist manchmal genauso fragwürdig und seine letzten Filme gefielen mir überhaupt nicht... auch wenn mein geschätzter Kollege Klaus anderer Meinung ist (siehe hier). Hier lässt Travolta die meiste Zeit seinen Bart spielen. Ein kurzer Haarschnitt, ein cooler Bart und eine noch coolere Lederjacke machen jedoch noch keinen guten Bösewicht, da kann Travolta herumschreien wie er will. Denzel Washingtons ("Man on Fire", "Out of Time") Charakter ist von Anfang an ein fragwürdiger Guter. Dass man ihm eine etwas zwielichtige Vergangenheit verpasst hat, ist zwar ein netter Ansatz und ein Versuch ihn menschlicher zu machen, viele seiner Handlungen ließen mich allerdings nur den Kopf schütteln. Trotzdem ist Washingtons Leistung um ein vielfaches besser als Travoltas, jedoch auch nicht berauschend.

    Ursprünglich wollte ich es ja nicht erwähnen, aber nachdem es im Making Of in jedem zweiten Satz erwähnt wird, kann man es ja ruhig sagen: Der Film ist ein Remake. Da schwärmen Produzenten, Darsteller und Regisseur von dem Walter Matthau Original und erwähnen im gleichen Atemzug, dass der Film nicht alle Möglichkeiten ausreizte, sie das jetzt aber gemacht haben. Über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage lässt sich selbstverständlich streiten. Nachdem ich bereits zuvor Travoltas Haarschnitt angesprochen habe, muss ich auch noch ein weiteres Extra hervorheben. In der "Charakterstilisierung" wird der Friseur des Filmes interviewt. Alle sind von Travoltas Frisur begeistert, dabei ist es einfach ein sechs Millimeter Haarschnitt, den jeder daheim mit einem Rasierer zustande bringt.

    und wieder John TravoltaKlar, "Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3" ist ein Actionfilm - man muss ihn auch als solchen verstehen. Unterhaltsam ist er ja, dass kann man nicht bestreiten. Prinzipiell erfüllt der Film seinen Zweck. Man darf bloß nicht über die Handlung oder die Figuren genauer nachdenken. Wer einen durchschnittlichen Actionthriller sehen will, soll zugreifen, wer einen guten Film sehen will, sollte vielleicht auf andere Werke der Darsteller und des Regisseurs zurückgreifen.

    Noch was: Wer ist besser? Tony oder Ridley Scott? Ich bin ja klar auf Ridleys Seite.(sd)

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    Von Kommentare
    klaus_h
    DVDmaniac


    ____________
    Mitglied seit: Aug 21, 2004 Artikel: 1372
    Location:Solingen
    Geschrieben am:11. Mar 2010 - 17:16
    Tony Scott steht für optisch brilliante und erfolgreiche Action-Mainstream-Filme ("Top Gun", "Crimson Tide" "Domino", "Man on Fire") während der ältere Bruder, Ridley, Scott dazu noch den Anspruch gepachtet hat: "Blade Runner", "White Squall", "Gladiator", "Black Hawk Down" - außerdem engagiert er sich für soziale Projekte, siehe "Alle Kinder dieser Welt".

    Meine Wahl: Ridley Scott
    _________________
    God bless the Internet. (American Pie)
    _EZCOMMENTS_USERINFO g
    Aleks_A
    DVDmaniac


    ____________
    Mitglied seit: Sep 16, 2003 Artikel: 1313
    Geschrieben am:11. Mar 2010 - 18:53
    Von Tony Scott gibt es nur einen Film, den ich mir mehrfach antun kann - "The Hunger". Der Rest ist mittelmässiges PopCorn Kino.

    Und Walther Matthau hatte an einer Augenbraue seines Boxer-Gesichtes mehr Charisma und Können als Travolta jemals haben wird.

    Das Original ist ein guter, solider Thriller, den man sich immer wieder anschauen kann, weil es einfach Spaß macht, gute Arbeit zu sehen.
    _EZCOMMENTS_USERINFO g g
    AngrySmiley
    Filmlexikon


    ____________
    Mitglied seit: Okt 03, 2004 Artikel: 594
    Location:Tirol
    Geschrieben am:11. Mar 2010 - 19:52
    "The Hunger" habe ich bisher noch nicht gesehen, wurde mir jedoch schon oft ans Herz gelegt.

    Das "Penham"-Original gehört für mich, neben "Achterbahn" und "18 Stunden bis zur Ewigkeit" zu einer Reihe 70er Jahre (Katastrophen)Filme, die mich früher sehr fasziniert haben...ich trau mich aber fast nicht die Filme nochmal anzuschauen, da ich sie wahrscheinlich in meiner Erinnerung zu sehr hochstiliesiert habe und enttäuscht werden würde.
    _________________
    I'm not supposed to be here today! Dante Hicks in CLERKS
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