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Horror
Doghouse
geschrieben von AngrySmiley am 15. Mar 2010
Blutiger Geschlechterkampf
Die Frauen haben es fast schon geschafft. Wir Männer werden mehr und mehr zu Weicheiern, die es nicht wagen ihre angeborenen animalischen Machotriebe auszuleben. Ständig müssen wir aufpassen keiner Emanze auf die unrasierten Füße zu treten. Es wird Zeit zurückzuschlagen… nicht unbedingt im echten Leben, aber zumindest auf der Leinwand. Und wenn aus Frauen plötzlich "verbitterte, männerhassende Kannibalen" werden, dann fällt das auch gar nicht sonderlich schwer.
Doghouse
UK 2009
Veröffentlichung:
29.01.2010
Regie: Jake West
mit:
Danny Dyer, Stephen Graham, Noel Clarke u.a.
"Nochmal"-Faktor: mittel (immer wieder gut für 'nen Themenabend)
Unsere Wertung: 80
%
FSK: ab 18 (verdient)
Laufzeit: ca 86 Min.
Sprachen und Tonformate:
DD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Bildformat:
16:9 2,35:1
Untertitel:
Deutsch, Niederländisch
Extras:
Making of
Bloppers
Deleted Scenes
Trailer und TV-Spots
Vince wurde gerade von seiner Frau geschieden und ist deswegen am Boden zerstört. Um ihn wieder auf andere Gedanken zu bringen, beschließen seine Freunde mit ihm einen Trip in ein kleines Kaff zu unternehmen, in dem es angeblich nur so von willigen Frauen wimmelt. Anstelle von lüsternen Ladies findet die Gruppe jedoch nur Zombiefrauen, die eine gänzlich andere Vorstellung von Fleischeslust haben als unsere fröhliche Männerrunde. Ein blutiger Kampf ums Überleben beginnt.
Dass manche Frauen uns zum Fressen gern haben, ist schon klar; dass sie uns aber plötzlich mit Haut und Haar verspeisen wollen ist dann doch etwas ungewohnt. Offensichtlich schmeckt Mann sehr gut, obwohl die (mehr oder weniger) holden Nymphen augenscheinlich keine Gourmets à la Hannibal Lector sind und sogar Finger mit Schlagsahne geniessen... der Ausdruck Finger Food bekommt in diesem Film eine ganz neue Bedeutung. Für Zartbesaitete ist "Doghouse" wirklich nichts, die würden eher ihr Essen wieder sehen, als das Ende des Filmes. Es gibt wirklich einige unappetittliche Szenen, die einen etwas kräftigeren Magen voraussetzen.
Wer sich jedoch an eine DVD wie "Doghouse" wagt, wird wohl auch wissen, was ihn erwartet. Ich war bestens darauf vorbereitet, immerhin hat mir Jake Wests Vorgänger "Evil Aliens" auch schon einen Mordspaß bereitet. Hier setzt er sogar noch mal eins drauf. Offenbar durfte er für seinen neuesten Film über ein etwas größeres Budget verfügen und das sieht man. Waren bei "Evil Aliens" einige Effekte noch etwas unausgegoren oder wirkten etwas billig, dreht West hier richtig auf und präsentiert eine sauber inszenierte Blutorgie, die ihresgleichen sucht. Ob er mit der Grundidee des blutigen Geschlechterkampfes wirklich eine tiefsinnigere Aussage tätigen wolle, kann man jedoch getrost bezweifeln. Die Story hat einige Löcher, macht aber trotzdem Spaß... man sollte das Ganze bloß nicht zu ernst nehmen, der Film tut es ja schließlich auch nicht.
Der Film ist neben seiner Brutalität eben auch unheimlich witzig. Die Fähigkeit schwarzen Humor wertzuschätzen, ist allerdings von Nöten, denn ansonsten wird man sich ob der Gewalttaten eher ekeln als vor lachen zerkugeln. Wenn beispielsweise die an Xena erinnernde Besitzerin eines Ladens namens "The Burning Witch" in Flammen aufgeht, kann man ruhig ein schäbiges Grinsen aufsetzen. Und auch die übrigen weiblichen Zombies (im Original Zombirds genannt) lassen nichts anbrennen. Zwar schauen sie allesamt aus wie klischeehafte Abziehbilder, jedoch dürfte West und seine Truppe nicht die Neuerschaffung des Genres im Sinn gehabt haben. Ohne zuviel zu verraten kann ich ruhig sagen: es wird verdammt blutig.
Neben den überraschend guten Effekten ist auch die Besetzung überraschend bekannt. Während man bei "Evil Aliens" eigentlich kein bekanntes Gesicht gefunden hat, so kennt man doch einige der männlichen Darsteller. Allen voran Danny Dyer ("Severance"). Gut, Dyer spielt in jedem Film die gleiche Rolle (biertrinkender, Sprüche klopfender Macho) macht das aber wieder sehr unterhaltsam und sympatisch. Kennen könnte man auch Stephen Graham, der seine bekannteste Rolle wohl in Guy Ritchies "Snatch" hatte. Er spielt den frisch geschiedenen Vince, der sich vom Scheidungs-Opfer zum Überlebenskämpfer wandelt. Weitere Rollen wurden an Noel Clarke ("Kidulthood"), Terry Stone ("Footsoldier") und Neil Maskell ("The Football Factory") vergeben.
"Doghouse" kommt als ungeschnittene Doppel-DVD daher, bietet jedoch enttäuschend wenig Extras. Zwar ist das "Making Of" durchaus interessant und auch unterhaltsam (Stephen Graham beim Golfen) bietet aber nichts, was von größerer Bedeutung wäre. Die Bloppers sind zwar recht lustig und die Deleted Scenes ganz nett, dass man sich irgendetwas davon jedoch öfter als einmal ansieht bezweifle ich.
Schnappt euch ein paar (männliche) Freunde, macht ein paar Bier auf und schaut euch "Doghouse" an. Ihr werdet euren Spaß haben. Der Film ist ganz klar ein Männerfilm, Frauen werden wohl kaum gefallen daran finden. Ein Fan von Splatterfilmen sollte man(n) vielleicht auch noch sein, denn den überaus blutigen Humor muss man schon mögen. Wer Sam Raimis und Peter Jacksons Frühwerke mag, wird auch "Doghouse" lieben, alle anderen werden sich eher geekelt abwenden.
Noch 'was: Regisseur Jake West hat früher kurze Dokumentationen über Horrorfilme gedreht. unter anderem beschäftigte er sich mit der "Hellraiser"-Saga, den "Evil Dead"-Filmen oder der "Phantasm"-Reihe. (sd)
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