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Drama
Hotel Babylon - Staffel 1
geschrieben von AngrySmiley am 26. Jul 2010
Hotel der Sünde
Jeder bibelkundige Filmfan wird wissen, dass die Stadt Babylon nicht gerade den besten Ruf hatte. Die einen sprachen von der Hure Babylon, die anderen nannten die Stadt einen Sündenpfuhl...und wieder andere benennen ein Hotel nach der lasterhaften Metropole. Ob es im "Hotel Babylon" auch so sündig zugeht wie in der antiken Stadt, erfährt man wohl nur, wenn man dort eincheckt.
Hotel Babylon - Staffel 1
UK 2006
Veröffentlichung:
26.03.2010
Regie: diverse
mit:
Tamzin Outhwaite, Max Beesley, Dexter Fletcher u.a.
"Nochmal"-Faktor: niedrig
Unsere Wertung: 50 %
FSK: ab 12
Laufzeit: ca 400 Min. (8 x 50 Min.)
Sprachen und Tonformate:
Dolby Digital 2.0 (Deutsch, Englisch)
Bildformat:
16:9 1,78:1
Untertitel:
Deutsch
Extras:
Making Of
Das Babylon ist ein nobles 5-Sterne Hotel mitten in London. Die Schönen und Reichen gehen hier ein und aus, und lassen sich jeden Wunsch vom engagierten Personal erfüllen. Geführt wird das Hotel von Managerin Rebecca Mitchell, die vorübergehend selbst im Hotel logiert, dies aber vor ihren Mitarbeitern verheimlicht. Ihre rechte Hand ist der ehemalige Rezeptionschef Charlie Edwards, der bald zu Rebeccas Assistent befördert wird, was der nachfolgenden Rezeptionschefin Anna selbstverständlich überhaupt nicht passt. Chef-Concierge Tony hält sich vorerst aus den internen Machtkämpfen heraus und liest seinen Gästen jeden erdenklichen Wunsch von den Augen.
Mir war, bevor ich die erste DVD einlegte, nicht ganz klar, um was für ein Format es sich bei "Hotel Babylon" eigentlich handelt. Ist es eine auf Hochglanz polierte Daily-Soap, oder doch ein ernstzunehmendes Drama. Nach ein paar Folgen war ich immer noch nicht schlauer. Man könnte "Hotel Babylon" vielleicht als perfekte Mischung aus trivialer Seifenoper und qualitativem Drama bezeichnen.
Da werden russische Scheinehen organisiert, Rockstars mit Prostituierten und Alkohol versorgt, selbstmordgefährdete Hotelgäste vor dem Freitod bewahrt oder darüber nachgedacht ob ein reicher Scheich eine rituelle Halal-Schlachtung in seinem Hotelzimmer durchführen darf. Prinzipiell werden die Schönen und Reichen aus Sicht der Hotelangestellten beobachtet. Auf die amourösen Verbindungen der Mitarbeiter unter sich, sowie auf deren intrigantes Spiel, wird dabei nicht vergessen. Es gibt also immer etwas zu sehen im Nobelhotel.
Nett anzusehen ist das Hotel Babylon also, trotzdem hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Kaum ein Charakter, der mir wirklich sympathisch war, für den ich mich wirklich interessierte. Klar weckt Charlies mysteriöse Vergangenheit die Neugier und die Gründe weshalb Rebecca im Hotel schläft, anstatt heim zu ihrem Gatten zu fahren, sind auch nicht uninteressant, irgendwie lässt es einen dann aber doch recht kalt. Wenn man mitten in einer der Episoden steckt, will man zwar wissen, wie sich die Situationen und Probleme auflösen, man hat jedoch nicht den Drang gleich die nächste Folge anzusehen, als fesselnde Unterhaltung würde ich die von der BBC produzierte Serie also nicht bezeichnen.
Das DVD Menu ist selbst wie ein Hotel aufgebaut. Die einzelnen Episoden sind als Etagen anwählbar, und die Einstellungen nimmt man beim Concierce vor. Eine durchaus nette Idee. Als einziges Extra gibt es ein knapp einstündiges Making Of, in dem so ziemlich jeder, der etwas mit der Serie zu tun hat, zu Wort kommt. Da wird über die Entstehung, die Idee aber auch über den Look der Serie gesprochen. Dieser ist übrigens wirklich sehr gelungen und kann ruhig mit Großproduktionen wie "Oceans 11" verglichen werden. Gleichzeitig ist der Look aber auch das Beste an der Serie.
Das "Hotel Babylon" mag ja ein Fünf-Sterne Hotel sein, deswegen ist die Serie aber nicht gleich eine so hochklassige Angelegenheit, wie sie es auf den ersten Blick scheint. So wie Sein und Schein das Leben der Gäste und Bediensteten der Luxusherberge bestimmt, so oberflächlich bleiben auch die acht Episoden der ersten Staffel. Der Aufenthalt im Hotel ist ganz nett, unbedingt wiederkommen muss man allerdings nicht.
Noch was: Die Serie basiert übrigens auf den gleichnamigen Büchern der britischen Journalistin und Autorin Imogen Edwards-Jones. (sd)
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