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Animation
 Vaiana
geschrieben von klaus_h am 28. Jun 2017

Das Paradies hat einen Haken

Umschlag-Cover Nach "Lilo & Stitch" wenden sich die Walt Disney Studios erneut einem Thema der Südsee zu, greifen hier jedoch modernsierte Siedlungsmythen Polynesiens kunstvoll auf, um anhand der Geschichte der Häuptlingstochter Vaiana den notwendigen Wandel traditioneller Gesellschaftssystem zu versinnbildlichen. Das Ganze wird mit viel Charme, Phantasie, hervorragender Tricktechnik und dem seit "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" nicht mehr wegzudenkenden Ominpräsenz an Liedern kunterbunt sowie temporeich umgesetzt.

Vaiana
USA - 2016
Veröffentlichung: 20.04.17
Regie: Ron Clements / John Musker / Don Hall
Darsteller: Auli'i Cravalho, Dwayne Johnson, Rachel House, Temuera Morrison, Jemaine Clement , Nicole Scherzinger u.a.
"Nochmal"-Faktor: hoch
Unsere Wertung: 90 %
FSK: 12
Laufzeit: 103 min
Sprachen und Tonformate: Deutsch Dolby Digital 5.1/ Englisch / Italienisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9, 2,39:1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch
Extras:
• Kurzfilm: Herz oder Kopf - Inner Workings
• Trailershow
Die Häuptlingstochter Vaiana (Auli'i Cravalho/Lina Larissa Strahl) lebt gewissermaßen im Paradies, einer wunderschönen Insel, Tahiti nicht unähnlich, das inmittel eines Riffatollgürtels liegt. Scheinbar hat die Insel alles, was sie benötigt, Kokusnüsse und Fische mögen für immer gesichert sein, doch eines Tages häufen sich die Missernten und die Erträge der Fischer gehen zurück: Die Kokusnüsse verfaulen von innen und egal an welchem Strand werden keine Meeresfrüchte mehr gesichtet.

Beispiel Doch auf die Idee jenseits des Korallengürtels fischen zu gehen, darf hier auf Befehl ihres Vaters Tui (Temuera Morrison) keiner kommen, da es wegen der starken und gefährlichen Brandung verboten ist. Die immer schon vom Meer angezogene Vaiana, die nun im Teenageralter als Nachfolgerin des Vaters angesehen wird, horcht auf die alten Mythen und Prophezeiungen ihrer Großmutter Tala (Rachel House): Vaiana ist ausersehen mithilfe des verbannten Halbgottes Māui (Original: Dwayne Johnson, "Planet 51"; Deutsch: Andreas Bourani) und dem Meer das einst von ihm selbst gestohlene Herz der Göttin Te Fiti zurückzubringen und somit die Plagen zu beenden.

Doch der Weg dorthin ist für Vaiana mit vielen Abenteuern verbunden, zumal sie aufgrund ihrer Erziehung nicht Segeln kann und das sie begleitenden Huhn Heihei dümmer als das besagte blinde Huhn ist. Aber auch ihm sei eine Rolle zugedacht. Als hilfreich erweist sich stets der Geist des Meeres, der dem Wesen in Abyss nicht unähnlich oft für ausgeleichende und slapstickähnliche Gerechtigkeit sorgt, denn Māui hat überhaupt keine Interesse sich erneut mit der rachsüchtigen Vulkangöttin Te Ka auseinandersetzen, hat diese doch dem Gestaltwandler und seinem Zauberhaken einst die große Niederlage beschwert und ihn auf eine einsame Insel verbannt.

Beispiel Doch nachdem Vaiana diesen Bann gebrochen hat und sich dank des Meeres sowie ihrer Dickköpfigkeit als nicht abzuzuschütteln entpuppt hat, geht es auf eine aktionsreiche und phantasievolle Abenteuerreise, in denen die Beiden gegen menschenfressende Kokusnusspiraten (erkenne nur ich da Parallelen zu den Minions?) und einem notorischen Sammler von Artefakten und Glitzermessi, dem narzissistischen Riesenhummer Tamatoa bestehen muss.

Dabei birgt das poetische Ende eine schöne Moral und selbst die überbordenden Gesangskaskaden, die allenfalls im englischen Original zu ertragen sind (im Deutschen sind die Stimmen und Texte penetrant!), werden an einer Stelle wunderbar sarkastisch ausgehebelt. So bremst Māui Vaiana an einer dramatischen Szene effektvoll mit den Worten aus: "Wenn du gleich wieder mit dem Singen anfängst, muss ich kotzen!"

Beispiel Die Animationen sind auf hohem Niveau, der Dialogwitz zwischen dem zaudernden Halbgott und der aufmüpfigen Vaiana insbesondere durch die Sidekickkommentare seiner Tattos recht gelungen, in der Charakteriserung der übrigen Figuren hat man jedoch kein so wirklich glückliches Händchen gehabt. Gerade das enervierende Huhn Heihei wetteifert aufgrund seiner ausgesprochenen Dämmlichkeit extrem mit Jarjar Binks um den Posten der überflüssigsten, animierten Nebenfigur.

Als einziges Extra der DVD bietet sich der doppeldeutig "herzige" Kurzfilm: "Herz oder Kopf - Inner Workings" inklusive der Einleitung des Regiegespanns an. Da der eine von Beiden sowohl brasilianische als auch japanische Wurzeln habe, bei denen er oft von dem Zwiespalt des sachlichen Japaners und des impulsiven Brasilianers getrieben werde, sei er auf das Thema des Kurzfilms gekommen: Das Innenleben einer grauen männlichen Büromaus gefangen zwischen Tretmühle und Strand ...

Beispiel Fazit:
"Vaiana" ist als 56. Animationslangfilm des Hauses Disney erneut das erwartete, bunte und witzige Feuerwerk mit überraschend viel Tiefgang geworden, das jedoch bei den Nebenfiguren zum Teil etwas flach ausfällt und sich mit der Songdichte endlich einmal zurückhalten könnte: Weniger ist mehr! Selbst ein Bollywoodstreifen kommt inzwischen allenfalls auf vier Lieder, wobei man eins im Abspann verstaut. Auch sollte man die Synchronisationssprecher nicht grundsätzlich nach ihrem (vermeintlichen) Bekanntheitsgrad auswählen sondern nach ihrem Können. (kh)

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Von Kommentare
Aleks_A
DVDmaniac


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Mitglied seit: Sep 16, 2003 Artikel: 1316
Geschrieben am:28. Jun 2017 - 07:22
Moana/Vaiana ist in der Synchronfassung unerträglich. Die Sprecher mittelmäßig, Text und Gesang nicht an die Musik angepasst.

Im Original ist es wiederum das Feuerwerk, an das Pixar uns gewöhnt hat - auch wenn man die parallelen zu "Hamilton" hier und da raushört (Lin-Manuel Miranda hat bei Moana mitkomponiert)
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maqz
DVD-Junkie


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Mitglied seit: Sep 23, 2003 Artikel: 261
Location:München
Geschrieben am:28. Jun 2017 - 17:45
Auch ich finde die engl. Originalfassung viel (viel!) besser. u.a. auch Dwayne "singt" wirklich nicht schlecht! Wink
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klaus_h
DVDmaniac


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Mitglied seit: Aug 21, 2004 Artikel: 1400
Location:Solingen
Geschrieben am:29. Jun 2017 - 20:34
Genau, Dwayne Johnsons Stimmfülle passt gut zu der gezeichneten Figur Māuis, während Andreas Bourani in keiner Weise den Klangkörper für die Figur hat.

Was mich noch ein wenig gestört hat, ist die klischeebeladene Beschreibung von Südseeinsulanern, die sich - so der Film - ausschließlich von Kokusnüssen und Fisch ernähren und die unrealistische Darstellung von Segelbooten, deren laufendes Gut auch nach Generationen problemlos funktionieren soll. Da schwächelt das Drehbuch zum Teil.
_________________
God bless the Internet. (American Pie)
_EZCOMMENTS_USERINFO g
Aleks_A
DVDmaniac


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Mitglied seit: Sep 16, 2003 Artikel: 1316
Geschrieben am:30. Jun 2017 - 07:58
Naja, vergiss nicht, dass die Handlung in einer Zeit ca. 4.000 Jahren vor unserer stattfindet. Hier wird (vielleicht übertrieben) extrapoliert.
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